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Ein ganzes Jahr im Hasenglück

Tierlieb und ein gutes Näschen für preisträchtige Rassen? Ein 14-jähriger Großenhainer hat beides und holt damit Preise.

Von Catharina Karlshaus

Paul Möller ist ein echter Glückspilz. Der Schüler aus Großenhain tut das, was sich in diesen Tagen manche Kinder besonders wünschen: Er darf das ganze Jahr mit kuschligen Langohren zusammenleben. Um genau zu sein, mit über 60, teilweise seidenweichen Kaninchen. Gemeinsam mit seinem Papa hat der 14-Jährige die Tiere unter seinen Fittichen und züchtet seit 2012 sogar erfolgreich seine eigenen.

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Dabei hatte alles eigentlich genau so angefangen, wie bei anderen Mädchen und Jungen auch. Der jüngste Sohn von Anita und Thomas Möller wünschte sich einen Fellkumpel, den er selbst versorgen durfte, ihn streicheln oder mit ihm spielen konnte. „Da wir Land besitzen, auf einem Hof mit Hühnern, Enten, Tauben und in der Sommerzeit mit Gänse leben, war das keine Frage für uns, Paul diesen Wunsch zu erfüllen“, sagt Anita Möller. Gerade für ihren Sohn, der sonst eher zurückhaltend auf andere Menschen reagiert, seien die liebenswerten Vierbeiner ein guter Ausgleich.

Welche, für die Paul offenbar auch ein gutes Händchen besitzt. Nachdem er seine ersten Zwergkaninchen Susi und Strolch so dressierte, dass sie gar gekonnt über Hindernisse gesprungen sind, heimst er mit seinen Weißen Deutschen Kleinwiddern nun tatsächlich Pokale und Preise ein. Zusammen mit seinem Papa Thomas ist er nämlich ein engagiertes Mitglied im Radeburger Rassekaninchenzuchtverein S 431. Monatliche Zusammenkünfte stehen für den Jungzüchter mit offiziellem Ausweis in der Tasche ebenso auf dem Programm wie regelmäßige Ausstellungen.

Allerdings: Um erfolgversprechende Tiere präsentieren zu können, muss Teenager Paul einen Großteil seiner Freizeit opfern. Während Mama Anita die morgendliche Fütterung übernimmt – immerhin muss ihr Sohn sich bereits um 6.45 Uhr auf den Weg zur Schule machen – ist die abendliche Verköstigung der Kaninchen eine gemeinsame Aufgabe. Die bereits am Nachmittag geschnittenen Möhren, Äpfel oder Rüben werden dann in jede Box verteilt. „Und ich schaue mir dabei auch die Tiere genau an. Ob es ihnen gutgeht, das Fell gesund aussieht und alles in Ordnung ist“, erklärt Paul. Rund 50 Kilogramm Möhren verfressen seine Vierbeiner in der Woche, drei Rundballen Heu im ganzen Jahr. Sorgsam ausgewähltes Futter, das einen großen Anteil daran hat, ob sich ein Kaninchen wirklich so gut entwickelt, wie es als ausstellender Züchter doch letztlich gewollt ist. Aber nicht nur das, was die circa drei Kilogramm schweren Tiere zum Mümmeln haben, lässt Paul immer wieder nach dem Rechten sehen. Jedes seiner Tiere muss saubere Läufe, Geschlechtsecken und Ohren haben. Die Krallen sollten auf eine geeignete Länge gekürzt sein und die Deckfarbe des reinweißen Felles intensiv glänzen. Zudem darf das Fellhaar nicht ungleichmäßig sein, die Unterwolle soll sehr dicht sein und auch die hängenden Ohren sind durchaus behaart erwünscht.

Anforderungen, die Pauls Schützlinge aber offenbar erfüllen. Gleich bei der ersten Jungtierschau, an der er im September 2013 teilgenommen hat, konnte er punkten. Und bei der Ausstellung im November in Nünchritz erreichten seine vier Tiere insgesamt 386 von 400 möglichen Punkten. Nächstes Ziel, so Paul, sei nun die Teilnahme an der Jungtierschau im August in Rochlitz. Wie er zugibt, würde er in ein paar Jahren gern etwas größere Vierbeiner haben. Etwas viel Größere sogar: Deutsche Riesenkaninchen, die acht bis zehn Kilogramm auf die Waage bringen können. Ein opulentes Osterglück, 365 Tage lang.