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Sebnitz

Ein ganzes Museum in Kisten

Die Städtischen Sammlungen in Sebnitz schließen ab dem 1. Oktober, die Bauarbeiten rücken näher. Einige Angebote gibt es aber weiter.

Museumsleiterin Andrea Bigge zeigt einen Teil der umfangreichen Gemäldesammlung. Auch sie finden ihren Platz im neuen Museumsdepot in der Schandauer Straße 8a.
Museumsleiterin Andrea Bigge zeigt einen Teil der umfangreichen Gemäldesammlung. Auch sie finden ihren Platz im neuen Museumsdepot in der Schandauer Straße 8a. © Daniel Schäfer

Vor der Stadt Sebnitz steht eines der größten Bauprojekte, das in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Die Städtischen Sammlungen samt Afrikahaus auf der Hertigswalder Straße müssen grundlegend saniert werden. Seit 2017 wird das Projekt vorbereitet. Jetzt sollen die Planungsarbeiten am Objekt in die heiße Phase starten.

Vor 25 Jahren in Betrieb gegangen, zeigen sich seit einiger Zeit so manche Schwachstellen. „Die gesamte Elektroanlage ist zum Beispiel eine einzige Katastrophe. Außerdem könnten beim Öffnen der Decken noch so einige Dinge ans Licht kommen“, sagt der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Bei laufendem Museumsbetrieb sind solche vorbereitenden Arbeiten nicht zu bewerkstelligen. Deshalb schließen die Städtischen Sammlungen ab dem 1. Oktober. Ursprünglich war das erst für Ende des Jahres vorgesehen. Doch im Zuge der Vorbereitung hat sich nun ergeben, dass die Planungsarbeiten wesentlich umfangreicher und zeitaufwendiger sind als ursprünglichgedacht. Für die erforderlichen Gutachten benötigen die Planer Baufreiheit im Haus. Der Sebnitzer Stadtrat hatte unlängst der Änderung des Sanierungskonzeptes für das Museum zugestimmt. Damit stehen die Städtischen Sammlungen auch nicht für die Museumsnacht zur Verfügung. Alternativen gibt es jedoch in Sebnitz.

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Bauarbeiten bedeuten Staub und Dreck. Deshalb können die Exponate auch nicht im Museum bleiben. „Das Gebäude wird komplett leer geräumt, um unsere Ausstellungsgegenstände und auch die archivierten Dinge zu schützen“, sagt Museumsleiterin Andrea Bigge. Dafür steht das neue Museumsdepot im Gebäude Schandauer Straße 8a zur Verfügung. Seit dem Frühjahr haben Baufirmen die Räume vorgerichtet. Sie sind ausgestattet mit allem, was für ein Museumsdepot benötigt wird: Klimatechnik, Brandmeldeanlagen, Sicherungsanlagen. Zwei Etagen stehen zur Verfügung, sodass jetzt bereits die ersten Exponate dort untergebracht werden können.

Klaus Geier, Mitarbeiter des Museums, hält ein Barometer in der Hand. Es ist bereist im neuen Depot angekommen. 
Klaus Geier, Mitarbeiter des Museums, hält ein Barometer in der Hand. Es ist bereist im neuen Depot angekommen.  © Daniel Schäfer

Dafür sorgen seit Wochen Museumsmitarbeiter wie Klaus Geier. „Alle Gegenstände werden fachgerecht verpackt und gelagert. Jeder Gegenstand wird erfasst und in Listen eingetragen“, sagt der Sebnitzer. Jedes Objekt wird zudem elektronisch erfasst und katalogisiert. Damit gibt es nach dem Umzug komplette digitale Inventarlisten. Das ist unter anderem wichtig, da viele Gegenstände künftig im Depot bleiben und nach der Sanierung nicht wieder mit zurückziehen. Die Arbeit sei immens, sagt Andrea Bigge. 12 000 Museumsobjekte und 8 000 Bücher gehören zum Bestand. Ein Teil davon ist schon verpackt. Doch die nächste Zeit werden die Museumsmitarbeiter noch gut zu tun haben. Einige Objekte werden während der Schließzeit auch an umliegende Museen verliehen.

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Ist der Umzug beendet, werden die Mitarbeiter nicht Däumchen drehen. Die museumspädagogische Arbeit geht weiter, so werden zum Beispiel auch die Angebote für Kinder- und Jugendgruppen fortgesetzt und noch erweitert. Dafür werden die Räumlichkeiten in der Bibliothek und im Haus des Gastes genutzt. Durch zusätzliche Vorträge und Veranstaltungen werden die Städtischen Sammlungen weiter präsent sein. Darüber hinaus wird an Konzepten für die künftigen Dauerausstellungen im Heimatmuseum und im Afrikahaus gearbeitet. Der weitere Zeitplan sieht nun einen Baubeginn im Mai 2020 vor. Zunächst wird das Dachgeschoss im Heimatmuseum renoviert. Das Mauerwerk muss trockengelegt werden, bevor dann die Sanierung der Innen- und Außenbereiche beginnen kann. Ende 2021 sollen das Museum und das Afrikahaus wieder öffnen, dann zum 20-jährigen Jubiläum des Afrikahauses.

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