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Ein Garten für Kinder und Jugendliche

Die Outlaw gGmbH hat ein Projekt in der Gartensparte angeschoben. Schon die Eröffnung macht neugierig.

Anja Arlt-Lange vom Großenhainer Team der Outlaw gGmbH bemalte zur Garteneröffnung am Freitag mit Kindern Blumentöpfe – und Nele und Marlene (6) waren mit Feuereifer dabei.
Anja Arlt-Lange vom Großenhainer Team der Outlaw gGmbH bemalte zur Garteneröffnung am Freitag mit Kindern Blumentöpfe – und Nele und Marlene (6) waren mit Feuereifer dabei. © Foto: Kristin Richter

Heidrun Schadel blüht quasi auf – und tut es symbolisch den Sträuchern und Blümchen im Garten der Parzelle 40 in der Sparte „Feldfrieden“ gleich. Dass zur Eröffnung des Gartens so viele Leute gekommen sind, freut die Ruheständlerin. Als ehrenamtliche Mitstreiterin des Teams der Hilfen zur Erziehung Meißen der Outlaw gGmbH in Großenhain hat sie sich einem Projekt verschrieben, das Zukunft haben könnte. Denn hier sollen die von Outlaw betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien mitbestimmen, wie so eine „grüne Oase“ gestaltet wird. „Sie sollen ihre Ideen einbringen“, wünscht sich Heidrun Schadel. „Der Garten hat viel Potenzial.“

Die ehemalige Riesaer Berufsschullehrerin hat als „Hausmeisterin“ des Gartens schon ziemlich genaue Vorstellungen dazu. Als sie im Outlaw-Auftrag den Garten aussuchte, „sah es hier schlimm aus“. Doch inzwischen sind seit gut zwei Monaten Konturen sichtbar geworden, um dem Areal wieder Leben einzuhauchen. Die Flächen sind gemäht bzw. vom Unkraut befreit worden. Erste Sträucher, Blumen und Gemüsepflanzen wurden angeschafft. Für drei geplante Hochbeete liegen die ersten Materialien bereit. Um der Auflage der Gartensparte Rechnung zu tragen, wird künftig die eine Seite des Gartens vorwiegend für den Anbau von Obst und Gemüse verplant – wobei „hier keine Chemie reinkommt“, betont Heidrun Schadel. Der andere Teil des Gartens ist vorwiegend den Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern vorbehalten. Sie können dort basteln, malen, anderweitig kreativ sein oder aber auch mal toben bis hin, dass es möglicherweise auch Übernachtungen im Zelt geben kann. Das Wichtigste aber: Die Outlaw gGmbH möchte gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien den Gemeinschaftsgarten zum Blühen bringen.

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Die Eröffnung am Freitag lieferte schon einmal einen ordentlichen Vorgeschmack. Trotz des letzten Ferientages und schwüler Temperaturen waren erfreulich viele Neugierige ins Gärtchen gekommen. Eine Minipoollandschaft und frische Getränke sorgten für Abkühlung. Wer es etwas heißer mochte, konnte sich vom Grill oder beim Knüppelkuchenbacken am Lagerfeuer „erwärmen“ lassen. Schminkecke, Malstation zur Gestaltung von Blumentöpfen gehörten ebenso zum Angebot wie das inzwischen schon bekannte „Outlaw-Monopoly“. Team-Mitarbeiterin Laura Wachtel sieht das Anliegen bestätigt. „Die Kinder sollen einmal etwas anderes sehen – egal, ob allein oder mit der Familie“, sagt sie. Dabei werden sie einbezogen in die anfallenden Gartenarbeiten, erfahren etwas über gesunde Ernährung, über Flora und Fauna. Und wenn dann gemeinsam die Ergebnisse präsentiert werden, können sie den stolzen Satz formulieren: „Das haben wir selbst und gemeinsam hingekriegt.“


Das Projekt gehört zum künftigen Betreuungskonzept. Heidrun Schadel  wird es als ehrenamtliche Mitstreiterin zu einem großen Teil betreuen.
Das Projekt gehört zum künftigen Betreuungskonzept. Heidrun Schadel  wird es als ehrenamtliche Mitstreiterin zu einem großen Teil betreuen. © Foto: Kristin Richter

Heidrun Schadel ist derweil emsig unterwegs, um die Garteneröffnung an allen Ecken und enden abzusichern. Die frühere Lehrerin kam eher durch Zufall zu Outlaw. Nach Erreichen des Rentenalters und Ausscheiden aus dem Schuldienst habe sie festgestellt: „Ich muss noch irgendwas tun.“ Und da „das Wort Langeweile nicht zu meinem Wortschatz gehört“, fand sie zum Outlaw-Team in Großenhain. Das Gartenprojekt ist nunmehr ihr „Kind“, wenngleich sie hofft, dass sich künftig Familien finden, die abends oder auch morgens mal das Gießen der Pflanzen und andere täglich anfallenden Arbeiten mit übernehmen.

Die Gartenidee selbst fügt sich ein in den Outlaw-Auftrag. Die gemeinnützige GmbH unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Entwicklung zu gemeinschaftsfähigen und entscheidungskompetenten Persönlichkeiten. Das Ziel ist, das Aufwachsen und die Entwicklung der Kinder zu verbessern, das Kindeswohl zu sichern und familiäre Beziehungen zu fördern. Dafür bietet das Team Beratungen zu Erziehungsfragen, Alltagssorgen, schulischen Problemen, finanziellen Sorgen sowie Kindeswohlgefährdung an. Seit 30 Jahren geschieht das deutschlandweit, seit einigen Jahren auch im Elbland. Das Credo: „Wir machen nicht nur irgendetwas mit Menschen, sondern sind für sie da und mischen uns ein, damit sie ihren eigenen Weg finden und diesen auch gehen dürfen.“

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