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Döbeln

Ein Gasthaus mit Geschichte

Auf alten Postkarten ist das Hotel Bastei oft ein beliebtes Fotomotiv gewesen. Jetzt bietet es eher ein trauriges Bild.

Dutzendfach liegen diese alten Flyer noch im ehemaligen Hotel herum.
Dutzendfach liegen diese alten Flyer noch im ehemaligen Hotel herum. © DA

Leisnig. Pensionen und ein Gästehaus hat Leisnig sehr wohl noch, aber kein Hotel mehr. Das letzte hat seit 2015 geschlossen. Dabei war es ein Haus mit langer Tradition.

Schon 1852 soll das der Straße am nächsten gelegene Hauptgebäude errichtet worden sein. Im gleichen Jahr erhielten die Betreiber die Konzession zum Bierausschank. Einen Umbau muss es in den 1920er-Jahren gegeben haben. Dabei soll das Haus das Bild erhalten haben, das lange Zeit das Flair ausmachte. Mitte der 1980er-Jahre folgten Um- und Anbauten.

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1995 gab es dann den vorletzten Eigentümerwechseln. Dem folgten sieben Monate, in denen Monika und Hans-Dieter Ott nochmals grundlegend renovierten. Sie richteten zwölf Einzel- und Doppelzimmer ein, stellten zusätzlich zum Saal zwei Tagungsräume zur Verfügung. Vom Wintergarten des Restaurants aus hatten die Besucher das, womit das Hotel auf einem Flyer geworben hat – einen tollen Blick über das Muldental.

Doch das allein hat am Ende nicht gereicht. Deshalb und auch aus Altersgründen haben die Otts einen Käufer gesucht und in Sven Weißflog aus Döbeln schließlich gefunden.

Aus Verbundenheit mit dem Hotel schauen die ehemaligen Besitzer dort nach wie vor regelmäßig nach dem Rechten. „Alles so brachliegend und teils verwüstet zu sehen, tut schon weh“, sagt Monika Ott. Jetzt am Wochenende werden sie und ihr Mann das nächste Mal nach Leisnig fahren, um Zählerstände abzulesen. Normalerweise sollte sich da nichts mehr bewegen. Das eine oder andere wie die Heizung funktioniert schon allein wegen Vandalismus und Beschaffungskriminalität nicht mehr. Wegen der Einbrüche wird das Objekt an verschiedenen Stellen videoüberwacht.

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