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Ein Gramm Crystal für 580 Euro gekauft

Ein Drogenkonsument aus der Stadt Rothenburg entging nicht dem Strafbefehl des Amtsgerichts.

Von Jost Schmidtchen

Zu einem nicht mehr genau feststellbaren Zeitpunkt im September 2012 erwarb Donald D.* (46) in Rothenburg von einem in der Drogenszene bestens bekannten Händler ein Gramm Crystal für 80 Euro. Wegen unerlaubtem Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln erging an Donald D. ein Strafbefehl des Amtsgerichts Weißwasser mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu zehn Euro (500 Euro).

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Gegen den Strafbefehl legte der juristisch unkundige Donald form- und fristgerecht Einspruch ein. Amtsrichter Ralph Rehm fragte ihn in der Hauptverhandlung, was er mit dem Einspruch überhaupt bezwecken wolle. Donald sagte daraufhin, dass es ihm um die sachliche Richtigkeit des Verkaufes gehe: „Ich habe niemanden beauftragt, mir Crystal zu besorgen. Vielmehr klopfte der Händler bei mir und bot die Droge an“.

Amtsrichter Ralph Rehm machte Donald D. klar, dass es nicht um das Prozedere geht, sondern um die Tatsache, dass er gekauft hat. Juristisch ist alles andere belanglos und damit von der Rechtslage her ein eindeutiger Fall.

An Donald D. erging deshalb die Empfehlung, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen und die Strafe zu zahlen. Dazu hat der Angeklagte aber kein Geld. Er zog den Einspruch zurück und wird deshalb die Ableistung gemeinnütziger Arbeit bei der Staatsanwaltschaft beantragen. *Name geändert