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Ein großes Herz für junge Designer

Ein Frankenberger Unternehmer bringt Designer-Nachwuchs auf die weltgrößte Textil-Messe nach Frankfurt am Main.

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Von Brigitte Pfüller

Der Unternehmer Hervé Francois – er stammt aus der französischen Stadt Lyon und kam vor zehn Jahren nach Sachsen – hat ein großes Herz für junge Leute. Nicht nur für die zwölf Lehrlinge in den beiden Frankenberger Firmen Color Textil Veredlung GmbH und Color Web, die er als Geschäftführer leitet. Sondern für junge Designer aus ganz Europa. So ist es dem von ihm gegründeten Verein „Rooms for free“ zu verdanken, dass die weltgrößte Wohnraumtextilien-Messe, die Heimtextil, den jüngsten Kreativen nun schon zum dritten Mal einen eigenen Platz einräumte.

In diesem Jahr nutzten 15 europäische Hochschulen und Akademien aus zwölf Ländern diese Chance, dem anspruchsvollen Fachpublikum aus aller Welt die ungewöhnlichsten Flächen-Experimente für die Heimtextilien-Branche vorzustellen. Sogar den Stand durften zwei Studentinnen unter dem Thema „Protection Zone“ selbst gestalten. Marta Dancs von der ungarischen University of Art and Design aus Budapest und Kamilla Boudova von der polnischen Academy of Fine Arts and Design aus Lodz nutzten dazu einen riesigen Fallschirm, der sich wie ein federleichtes, gefaltetes Dach über den Messe-Campus spannte.

„Nachwuchsdesigner brauchen einen Schutzraum, in dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen, sich ausprobieren und sich auch präsentieren können“, begründete Hervé Francois sein Engagement. „Außerdem ist es ganz wichtig, dass sie der Wirtschaft und anderen Kulturen und Welten begegnen und dabei lernen, gemeinsam zu arbeiten.“

Er ist immer wieder hingerissen, welchen Formenreichtum die jungen Leute entwickeln. So gab es ein Forschungsprojekt mit der Firma Hugo Boss bei der Color Web in Frankenberg, bei dem sich sechs junge Designer mit Strandkörben auseinandersetzten. Sie entwarfen fantasievolle Stoffbespannungen, so dass die alten langweiligen Strandmöbel kaum wieder zu erkennen waren. „Es ist auch für uns Hochschullehrer eine Bereicherung, bei solchen Projekten mitzuarbeiten“, bestätigte Dr. Lidia Chorzaj. Die Polin unterrichtet Textiles Design in Lodz. „Mit der Unterstützung des Vereins setzt die Messe Frankfurt Maßstäbe für die Förderung des europäischen Designer-Nachwuchses. Wir kommen mit wichtigen Firmen zusammen und erhalten Impulse. “

Hervé Francois kündigte auf der diesjährigen Heimtextil gemeinsam mit der Messeleitung an, dass „Rooms for free“ im kommenden Jahr wieder einen Campus-Stand in Frankfurt/Main erhält. „Ich habe vor, Universitäten aus den GUS-Ländern einzubeziehen und somit den Wirkungskreis über Europa hinaus auszudehnen. Außerdem soll auch ein Workshop in jeweils zweijährigem Abstand für Tutoren, Professoren und andere Lehrende an den beteiligten Bildungseinrichtungen zur Tradition werden.“