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Ein großes Spiel mit 30 000 Mitwirkenden

Am letzten Septemberwochenende findet in Altkötzschenbroda das Herbst- und Weinfest statt. In das weinselig Treiben auf dem alten Dorfanger, in den Höfen und Kellern sowie auf den Streuobstwiesen hinter dem Elbdeich ist bereits zum achten Mal das Internationale Wandertheater-Festival eingebunden. In diesem Jahr mit 16 Gruppen aus zehn Ländern.

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Von Sven Görner

Clown Locci (Wolfgang Lasch) stimmte gestern in der Stadtgalerie in Altkötzschenbroda das Lied vom Zug nach Kötzschenbroda an und damit auf das 13. Herbst- und Weinfest ein. Der Vollblutkomödiant Lasch gehört schon fast zum Inventar des lebensfrohen Treibens. Bereits bei fünf Festen versetzte er sein Publikum in wahre Lachstürme. Übertroffen wird er allerdings noch von der Prager Stimmungskapelle, die im Weindorf auf dem Kirchplatz schon zum zehnten Mal aufspielt.

Theater des Lachens ist das diesjährige Motto des Wandertheater-Festivals. Ganz in diesem Sinne haben die Organisatoren vom städtischen Kulturamt ihre Entscheidung bei der Auswahl der Akteure getroffen. Das russische Clownstheater Mikos wird als Gewinner des Festival-Wanderpreises 2002 auch in diesem Jahr wieder einen Dauerangriff auf die Lachmuskeln der Weinfestbesucher starten. Ein Garant dafür, dass kein Auge trocken bleibt, ist sicher auch Fabien Kachev. Frankreichs gekrönter Comedy-König zeigt wortlos dreidimensionale Comics. Und dann ist da, neben vielen anderen, auch noch Leo Bassi aus Italien, der weltweit gefeierte Mr. Hyde der Clowns. Der Spross einer alten Artisten-Dynastie wird das Publikum zu mitternächtlicher Stunde mit seiner Show erschüttern, indem er im Narrengewand manche Wahrheit herüber bringt.

Ein besonderes Erlebnis verspricht Programmchef Helmut Raeder auch wieder auf den Elbwiesen. Dort präsentieren „Die Pyromaniker“ am Sonnabend ihr großes Nacht-Spektakel „Feuer, Wasser und Posaunen“. Über 150 Künstler gestalten das Festival. „Doch eigentlich ist es ein großes Spiel mit 30 000 Mitwirken – dem Publikum“, so Raeder.

Auch wenn das Markenzeichen des Radebeuler Weinfestes das üppige kulturelle Angebot ist, kommt natürlich der Weingenuss nicht zu kurz. Erstmals wird es in diesem Jahr auf dem Anger ein Radebeuler Winzerdorf geben, in dem ausschließlich die Weinproduzenten aus der Lößnitzstadt ihre Weine anbieten. Am anderen Ende des Angers steht das traditionelle Sächsische Winzerdorf. Über 40 Weinbauern aus dem Elbtal sind mit dabei. Und natürlich fließt das anregende Getränk auch in den rund 40 urigen Weinkellern und liebevoll gestalteten Höfen. Zahlreiche Händler mit zum Fest passenden Waren werden ebenfalls dafür sorgen, dass es viel zu sehen gibt. Insgesamt gab es bei der Stadt rund 200 Anfragen, nur 120 kann die Marktleitung auf das Gelände lassen.

Auch Kinder müssen sich bei diesem Fest nicht langweilen. Mit ihnen wird auf den Streuobstwiesen eine Kinderkirmes gefeiert.

Was nun den Zug nach Kötzschenbroda angeht, so sollte man diesen nach Möglichkeit für den Festbesuch nutzen. Zwar gibt es weit vor dem Festgelände Parkplätze mit einem Pendelverkehr, zahlreiche Baustellen erschweren aber die Anfahrt.