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Ein grüner Kreuzgang entsteht im Kloster

Altzella. Aus Weidentrieben wird ein Kreuzgang im Zisterzienserklostergeschaffen. Er umfassteinen Paradiesgarten.

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Von Dieter Hanke

„Die Weiden wachsen prächtig“, sagt Klostergärtner André Tränkner. Nach den kalten Nächten in der Vergangenheit holt jetzt die Vegetation den Verzug auf. „Wärme und Regen sind genau das Richtige“, bemerkt der 27-Jährige. Die im Vorjahr gesetzten 100 Kopfweidenstangen im Klostergarten haben mittlerweile viele Ruten, die bereits einen Meter lang sind. „Im August, wenn die Triebe an die zwei Meter sind, wollen wir sie über Kreuz zusammenbinden“, sagt Tränkner.

Ein grüner Kreuzgang als Geviert soll so neben dem eigentlichen Klostergarten mit seinen Hochbeeten und Nutzpflanzen-Bereichen entstehen – angelehnt an ein Bauwerk aus Stein, das sich zu mittelalterlicher Zeit am Konversenhaus des Altzellaer Klosters befand. Etwa 120 Meter breit wird der Gang sein, 2,30 Meter beträgt die Stichhöhe, eine Seite ist knapp 20 Meter lang. Das Quadrat schließt einen Paradiesgarten ein. Dort wachsen u. a. blutrote Rosen und weiße Lilien, wie sie einst die Zisterziensermönche des Klosters (1162 bis 1540) als christliche Symbolik verwendeten.

In dieser Anlage wurde bereits ein Wegekreuz mit blauem Splittbelag angelegt, das einen schönen Kontrast zu dem Rasen abgibt. „Es soll die vier Flüsse aus dem Paradies verdeutlichen“, sagt der Gartenbaumeister. Ein Sandsteintrog in der Mitte des Gevierts symbolisiert den Weltenbrunnen. Eine Bank aus Weidengeflecht um einen Kirschbaum besteht schon, weitere sollen folgen. „Wir wollen einen Ort der Ruhe und Besinnung schaffen“, sagt Tränkner. Die Besucher können nach dem Rundgang über die Wiesen zum Paradiesgarten laufen und dort verweilen.

In diesen Tagen blühen in der Quadrat-Umrandung Blumen, wie sie in den Paradiesgärten typisch sind: so Akelei und Vergissmeinnicht blau, Viola und Salomonsiegel weiß. Pfingstrosen entfalten ihre Pracht. Der Gärtner schwärmt: „Morgens zeigen sich auf den Blatträndern des Frauenmantels kleine Wassertropfen, die sich wie eine Perlenschnur entfalten.“

Drei junge Leute, die im ökologischen Jahr sind, sowie André Tränkner pflegen die Anlage. Sie ist schon jetzt ein Kleinod im Park.