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Ein Händchen für den guten Satz

Vom Faltblatt bis zum Buch gestaltet Martina Mittasch alles, was sich drucken lässt. Sie liebt die Vielfalt, deshalb ist sie selbstständig.

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Von Madeleine Siegl-Mickisch

Buchstaben reihen sich zu Wörtern, aus denen Sätze werden. Sie transportieren Inhalte, aber nicht nur – zumindest wenn es nach Martina Mittasch und ihren beiden Mitarbeiterinnen geht. Für sie machen ein schönes Schriftbild und gute Gestaltung ein Druckerzeugnis erst rund. Das gilt für das Faltblatt, mit dem sich ein Kindergarten vorstellt, ebenso wie für das Magazin eines Golfclubs und erst recht für ein Buch. Unzähligen dieser Produkte hat Martina Mittasch schon ihren gestalterischen Stempel aufgedrückt. Seit fünf Jahren betreibt die gelernte Mediengestalterin ihr Satzstudio.

Angefangen hat sie 2007 im heimischen Wohnzimmer in Kumschütz. Zwei Jahre später mietete sie in Jenkwitz ein Büro – um Arbeit und Privates ein wenig besser zu trennen und um Kunden nicht zwischen Küche und Couch empfangen zu müssen. Denn auf den persönlichen Kontakt legt Martina Mittasch trotz E-Mail und Internet viel Wert. So zeigt sie neuen Auftraggebern gern, was sie schon alles gestaltet hat. Ihr Tisch liegt voller Bücher, Broschüren, Kalender.

Diese Vielfalt macht für sie den Reiz ihrer Arbeit aus – und war auch Auslöser, sich selbstständig zu machen. Denn nach ihrer Lehre beim Lausitzer Druckhaus in Bautzen war sie zwei Jahre allein für das Setzen des Wochenblattes Bautzener Bote verantwortlich. Das möchte die 29-Jährige zwar nicht missen, weil sie damals vor allem das eigenständige Arbeiten lernte. Aber ihr fehlte die Abwechslung im Beruf.

Erste Herausforderung

Da kam ihr die Zusammenarbeit mit Jürgen Vollbrecht gerade recht. Der heutige Chef des Bautzener Museums leitete damals beim Landesamt für Archäologie eine Ausgrabung. Martina Mittasch übernahm die Satzgestaltung für das Buch über die Ergebnisse der Ausgrabung – und fühlte sich bestärkt für weitere Buchprojekte. Ihr erstes im eigenen Satzstudio war gleich eine besondere Herausforderung. Nur mit einer Kiste Fotos und einer Textdatei kam Autor Siegfried Schlegel aus Demitz-Thumitz zu ihr. Er hatte schon länger jemanden gesucht, der ihm behilflich sein konnte, sein gesammeltes Wissen über „Die Oberlausitz“ als Buch herauszugeben.

Seit dem ersten Kontakt für die 2010 erschienene Chronik über ihre Heimatgemeinde Kubschütz arbeitet Martina Mittasch regelmäßig für den Bautzener Lusatia Verlag. So gingen mehrere Ausgaben der Reihe „Kleines Lexikon“ durch ihre Hände. Für das Witaj-Sprachzentrum hat sie Arbeitshefte gestaltet und Schautafeln für die Schülerprojekte „Rietschel. Stein. Antike“ und „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Bautzen“. Zu ihren Kunden gehören ebenso Unternehmen, die Visitenkarten, Briefbögen oder Einladungen bestellen.

Weil all das nicht mehr allein zu schaffen ist, kam 2010 Annett Haak als Verstärkung – und war gleich wichtige Stütze fürs Unternehmen, als die Inhaberin Babypause machte. Heute ist nicht nur Martina Mittasch Mutter eines kleinen Sohnes, sondern auch ihre Mitarbeiterin, die gleich nach der Rückkehr ihrer Chefin in den Mutterschutz ging. Da kam die Bewerbung von Steffi Scholz gerade recht. Seit vorigem Jahr gehört sie zum Team.

Von der Idee bis zum Druck

Das könnte weiter wachsen, wenn sich die Auftragslage positiv wie bisher entwickelt. Dafür knüpft die junge Unternehmerin stets neue Kontakte, so ist sie Anfang Februar erstmals bei einer Hochzeitsmesse dabei. In Zukunft will sie auch selbst ausbilden, die nötige Prüfung hat sie bereits gemacht. „Nach meiner Lehre wollte ich ja mal Berufsschullehrer werden“, blickt sie zurück. Aber der Gedanke, dann nicht mehr selbst gestalterisch tätig sein zu können, ließ sie davon Abstand nehmen. Denn nach wie vor macht es ihr am meisten Spaß, den Weg von der ersten Idee bis zum fertig gedruckten Produkt zu gehen.

www.satzstudio-mittasch.de