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Ein halbes Hähnchen vertreibt den Kater

Frühschoppen. Niederau macht Fasching – auch für den Magen: mit deftiger Kost am Sonntagmorgen.

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Von Martin Machowecz

Das ist voll fettes Frühstück: Hähnchenkeule, Nudeln, Schweinebraten. Weil in Niederau Fasching auch durch den Magen geht, mampfen die Jecken am Sonntagmorgen fleißig und deftig. Anti-Kater-Einsatz im Landgasthof am Tag danach: „Unser Katerfrühstück ist eine ganz neue Idee“, sagt Wolfgang Kutzsche vom Niederauer Karnevalsklub. Um den Pegel vom Vortrag unter Kontrolle zu bekommen, wird der Bauch mit leckeren Deftigkeiten gefüllt.

Nicht alle Gäste im Niederauer Festsaal waren schon am Vorabend da und haben gefetet. Familie Solarek aus Jessen nutzt die Vormittagsstunden, um zum ersten Mal ihren Teil am bunten Treiben haben zu können. Der Papa haut rein: Gerade liegt eine Hähnchenkeule auf seinem Teller. „Abends haben wir keine Chance auf Karneval, weil niemand auf die Kinder aufpassen würde“, sagt Papa Jens. Am Morgen danach ist dagegen alles überhaupt kein Problem. Den Niederauern schmeckt ihr Frühstück ganz wunderbar.

Auch wenn es mit zunehmender Tageszeit eher zum Brunch wird: Erst 15 Uhr essen die Dorfbewohner das Buffet restlos leer. Nebenbei werden sie von bewährtem Programm verwöhnt: Die gleiche Show wie am Vorabend wird einfach noch mal aufgeführt – mit hübschen Funkemariechen in kurzen Röcken, dem Prinzenpaar und allen anderen karnevalistisch aktiven Niederauern. Eine andere Bevölkerungsgruppe, die nachts sonst nie dabei sein darf, kommt ebenfalls auf ihre Kosten. Knirpse säumen die Tanzfläche und essen mit. Nur an den vielen Alkohol dürfen sie nicht ran.

Der Prinz grüßt fürstlich

Die Showband auf der Bühne ist sich der Frühe des Tages bewusst. Ab und zu schmettern die Musikanten ein „Good Morning“. Und singen Lieder, die im Karneval immer ziehen: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ in der Country-Version und, natürlich, „Über den Wolken“.

Fazit: Trinken geht immer, Fasching ebenfalls. „In diesem Sinne: Haut rein und Hellau, es grüßt euch der Prinz von Niederau.“