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Hoyerswerda

Ein Hauptpreis für den Lebenskoffer

Beim diesjährigen Wettbewerb „Flucht, Vertreibung und Integration“ gehören Teilnehmer aus dem Johanneum zu den Siegern.

Florian Miersch (2v.l.), Erik Petsch, Jana Wiemann und Lilly Jurk vertraten zur Preisverleihung die neunten Klassen des Johanneums. Das freute auch Schulleiter Günter Kiefer (ganz links), Juryvorsitzenden Frank Hirche (Bildmitte) und Staatssekretär Herber
Florian Miersch (2v.l.), Erik Petsch, Jana Wiemann und Lilly Jurk vertraten zur Preisverleihung die neunten Klassen des Johanneums. Das freute auch Schulleiter Günter Kiefer (ganz links), Juryvorsitzenden Frank Hirche (Bildmitte) und Staatssekretär Herber © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. „Der heutigen Jugend ist die Geschichte oftmals egal, sie beschäftigen sich lieber mit ihren Freizeitinteressen.“ Mit dieser provokanten These begann Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff gestern seine Begrüßungsrede und schlug gleich im nächsten Satz den Bogen zum kompletten Gegenteil. Denn der 57-Jährige weiß freilich, dass es auch andere Beispiele gibt.

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Eines davon ist die freiwillige Teilnahme am 4. grenzübergreifenden Landeswettbewerb „Flucht, Vertreibung und Integration / geflohen-vertrieben-angekommen?“ unter Schirmherrschaft von Kultusminister Christian Piwarz. Dafür hatten sich über 500 Schüler aus Sachsen, Tschechien und Polen auf historische Spurensuche begeben. Mit dem Wettbewerb, so das angestrebte Ziel, soll bei den Teilnehmern das Interesse an Historie und das kulturelle Erbe der Vertriebenen geweckt werden. „Hierbei werden die Jugendlichen ermutigt, sich selbst mit den Spuren der Erinnerung auseinanderzusetzen und zu forschen. Das fördert Toleranz und Verständnis. Ich freue mich sehr über das große Engagement und die hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge. Schließlich handelt es sich hierbei auch um ein sehr sensibles und brisantes Thema, das uns im Alltag immer wieder begleitet und fordert“, erklärte Herbert Wolff. Auch Frank Hirche zeigte sich von dem Engagement der Schüler begeistert: „Wettbewerbe dieser Art sind für junge Menschen sehr wichtig, um aktuelle Ereignisse bewältigen zu können. Die Lehren aus Flucht und Vertreibung sollten es uns wert sein, Projekte dieser Art fortzuführen und weiterhin zu unterstützen“, erklärte der Vorsitzende der Wettbewerbsjury, der gleichzeitig Vorsitzender des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz ist Die Teilnehmer beschäftigten sich mit der Flucht aus Ostpreußen, gestalteten einen Fluchtweg nach, tauchten unter dem Motto „Heimat kann man auch schmecken“ mit regionalspezifischen Gerichten in die jeweilige Kochkultur verschiedener Regionen und Länder ein, forschten in Familiengeschichten und deren Schicksalen, stellten historische Fluchtbewegungen in den direkten Vergleich und studierten ein Theaterstück ein. Die Schüler aus dem Johanneum Hoyerswerda beschäftigen sich innerhalb des Profilunterrichtes näher mit dem Thema „Flucht – Vertreibung, Migration“ und lernten bei einer Exkursion in die Nardter Gedenkstätte des ehemaligen Lagers Elsterhorst Brigitte Wilfert persönlich kennen, die aus Marienburg/Westpreußen nach Hoyerswerda flüchtete. Die Neuntklässler haben sich unter Leitung von Lehrer Matthias Oswald dabei intensiv mit der Geografie, der regionalen Geschichte, Kunst, Kultur, Flucht und Vertreibung im zweiten Weltkrieg und dem heutigen Marienburg näher beschäftiget.

Die Jugendlichen haben daraus den „Lebenskoffer der Brigitte Wilfert“ entwickelt, der Sticks, Bücher und CDs beinhaltet, mit deren Hilfe die einzelnen Projektergebnisse in den Schulunterricht einfließen sollen. „Die Geschichte der Zeitzeugin hat uns sehr berührt. Das sollen auch die nächsten Generationen erfahren und bewahren“, erklärte Jana Wiemann aus Leippe.

Dass dem Johanneum das Anliegen sehr wichtig ist, zeigt die rege und ununterbrochene Teilnahme an diesem Wettbewerb. „Ich freue mich sehr über die qualitativ hohen Ergebnisse, die immer wieder zeigen, dass Kreativität zu einer anderen Art des erfolgreichen, modernen Begreifens und Erfahrens führt“, meinte Schulleiter Günter Kiefer.

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