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Ein Hexenbrennen für 8 000 Gäste

Weißwasser sagt wieder Unterstützung für das Volksfest zu und will sogar nachlegen. Nur Senioren zahlen einen Obolus.

Von Thomas Staudt

Wir sind dabei und wir bleiben dabei. Das ist die Botschaft von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch in Sachen Hexenbrennen. „Wir wollen in den nächsten Jahren unbedingt weitermachen“, ließ Pötzsch über Stadtsprecherin Sylvana Hallwas wissen. Ausgelöst wurde die Stellungnahme von Frank Schuster von der Gewerkschaft IG BCE. Der Organisator des traditionellen Hexenbrennens hatte öffentlich mehr Unterstützung der Stadt für das Fest eingefordert. Ansonsten sehe er für die kommenden Jahre schwarz. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist diese Position allerdings nicht nachvollziehbar. Wie Pötzsch in der jüngsten Sitzung des Stadtrats darlegte, beteiligt sich Weißwasser bereits umfassend an den Vorbereitungen und fördert die mit 8 000 Besuchern zum Volksfest gewordene Veranstaltung auch finanziell in nicht unerheblichem Maße. So übernimmt der Wirtschaftshof die Vorbereitung des Festplatzes, stellt Hinweisschilder auf, beseitigt Hindernisse und setzt Poller, um das Festgeschehen auf dem Freizeitplatz in die richtigen Bahnen zu lenken. Ist die große Frühjahrsparty zu Ende, ist es wiederum der Bauhof, der sich um die Verbräuche von Wasser- und Strom kümmert, oder die Endreinigung des Platzes übernimmt. Statt tausend Euro berechnet die Stadt nur die Hälfte der Pacht für die Nutzung des 2 000 Quadratmeter großen Platzes, über vier Tage wohlgemerkt.

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Das eigentliche Hexenbrennen ist schon lange nicht mehr nur die einzige Veranstaltung, wenn das Kalenderblatt von April auf Mai gewendet wird. Bevor der Scheiterhaufen angezündet wird, startet ein Lampionumzug. Am Tag danach lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zur Maikundgebung. Vor ein paar Jahren ist zur besseren Auslastung des einmal gestellten Zelts ein Bandcontest für das jugendliche Publikum dazugekommen. In diesem Jahr findet zum zweiten Mal ein Seniorennachmittag statt. Für massenhaften Zulauf und Unterhaltung soll Stargast Dagmar Frederic sorgen.

Finanziert wird der viertägige Feiermarathon allein durch die Standmieten der Verpflegungs- und Verkaufsstände, den Zuschüssen des DGB und des Stadtvereins sowie durch Sponsoren. Die Fleischerei Willms etwa wird die Würste für den Seniorennachmittag beisteuern, die Bäckerei Mersiovsky den Kuchen. Die Aufwendungen der Stadt belaufen sich zusammengenommen auf 600 Euro, hat Pötzsch errechnen lassen. Dazu kommen die 500 Euro eingesparte Pacht für den Platz. Darüber hinaus hat Pötzsch Gesprächsbereitschaft über die verbleibenden 500 Euro Pacht signalisiert, sollte der Feiermarathon mit einem finanziellen Minus enden. „Eigentlich ist das Hexenbrennen durchkalkuliert“, sagt Mitorganisator und Stadtrat Timo Schutza.