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Märchenhafte Klänge am Pavillon

Das Blaue Häusel hat schon viel erlebt. Jetzt kommt zum Tag der offenen Tür das kleinste Opernensemble der Welt.

Von Heike Sabel

Jutta Tronicke hat ein besonderes Haus – das Blaue Häusel in Maxen. Die Dresdnerin erwarb den 1848 errichteten Gartenpavillon vor Jahren. Der Pavillon entstand nach Plänen des javanischen Malers Raden Saleh, der im 19. Jahrhundert mehrfach in Maxen weilte. Auf manchen Karten ist das Häusel auch als Moschee verzeichnet.

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Hier in Maxen traf der Asiate auch den Deutschen Robert Schumann. Im „Album für die Jugend“ des Komponisten gibt es das Stück „Fremder Mann“. „Sehr wahrscheinlich inspirierte ihn die Bekanntschaft mit Raden Saleh dazu“, sagt Jutta Tronicke. Beide Künstler waren, wie viele andere bedeutende deutsche und ausländische Persönlichkeiten, in der Zeit der Romantik bei den Serres in Maxen zu Gast. Raden Salehs Pavillon, eben das Blaue Häusel, zeugt noch heute davon.

Zum Tag der offenen Tür am heutigen Sonnabend, kann ein Blick in das Innere geworfen werden. Jutta Tronicke wird als profunde Kennerin die Geschichte des Hauses und Maxens lebendig werden lassen. 1970 hatte den Pavillon ein Dresdner Ehepaar gekauft und ihn so vor dem Verfall gerettet. Die Tronickes öffnen ihn nun von Zeit zu Zeit für Interessierte. Auch das Fernsehen aus Singapur war schon hier und drehte für einen Beitrag über die Spuren von Künstlern Singapurs und Südost-Asiens in der Welt.

Der Welt und der Internationalität fühlt sich auch Jutta Tronicke verbunden. Das wird auch zum Tag der offenen Tür mit „Operamania“ zu erleben sein. Die Japanerin Tomomi Okuno und der Österreicher Martin Rotter sind mit Querflöte und Klarinette das wohl kleinste Opernensemble der Welt. Sie spielen „Die Zauberklarinette“ nach Gioacchino Rossinis „La Cenerentola“ – zu Deutsch Aschenputtel. „Das ist künstlerisch beeindruckend, theatralisch erfrischend und für Kinder und Erwachsene“, sagt Jutta Tronicke. Sie war sofort begeistert, als die beiden Musiker zum Proben vor ihrem Blauen Häusel waren.

Es ist immer Ziel von Wanderern und Entdeckern. Offen ist es nur selten, deshalb rechnet Jutta Tronicke wieder mit vielen Neugierigen.

Tag der offenen Tür, heute ab 11 Uhr, Führungen stündlich; Märchenstunde 16 Uhr: „Die Zauberklarinette“, Eintritt frei, Spende erbeten.