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Ein Jahr nach dem Tag der Sachsen

Vom 6. bis 8. September 2019 fand Sachsens größtes Volksfest in Riesa statt. Dieses Jahr fällt es aus. Ein Rück- und ein Ausblick.

Ein Aufkleber an einem Boulevard-Poller nahe der Pausitzer Straße zeugt ein Jahr später davon, dass vor einem Jahr der Tag der Sachsen in Riesa stattfand.
Ein Aufkleber an einem Boulevard-Poller nahe der Pausitzer Straße zeugt ein Jahr später davon, dass vor einem Jahr der Tag der Sachsen in Riesa stattfand. © Eric Weser

Riesa. Wie die „Wiesn“. Nur besser. – Mit einem selbstbewussten Slogan hatte Riesa 2019 zum zweiten Mal nach 1999 zum Tag der Sachsen eingeladen. Ein Jahr liegt das große Volksfest zurück, das nicht nur in Form von Aufklebern Spuren in der Stadt hinterlassen hat. Weitaus mehr Bestand dürften langfristig gesehen der sanierte Rathausplatz oder die damals eingeweihte Riesenskulptur am Krankenhaus-Kreisverkehr haben. Was außerdem bleibt, sind schöne Erinnerungen. 

Manuela Langer, Co-Chefin der FVG und in Organisation und Durchführung des Festes eingebunden, denkt gern an die Stimmung beim Feuerwerk und beim Festumzug zurück. Aus ihrer Sicht war der Tag der Sachsen 2019 ein voller Erfolg – das hätten viele positive Rückmeldungen bestätigt. Wichtiger als Image- und Bekanntheitsgewinne für Riesa findet Manuela Langer aber, „dass die Menschen in der Stadt zusammenrücken“ – nicht zuletzt dadurch, dass gemeinsam drei tolle Tage organisiert worden seien.

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Erzgebirgler sehen Verschiebung positiv

Drei tolle Tage zu organisieren, das wäre dieses Jahr die Aufgabe für Aue-Bad Schlema gewesen. Den Staffelstab für die Ausrichtung der 2020er Ausgabe hatte die Stadt schon vor einem Jahr von Riesa übernommen. Im April kam dann wegen Corona die Absage. Inzwischen ist klar: Die Erzgebirgsstadt holt das Fest 2023 nach. Die Verluste für die Kommune hätten sich in Grenzen gehalten, heißt es auf Nachfrage aus dem dortigen Rathaus. Verträge hätten problemlos storniert oder auf 2023 verschoben werden können. Das vorwiegend aus Stadtmitarbeitern besetzt Organisationsbüro habe seine Arbeitsergebnisse gesichert und sei vorerst rückabgewickelt. Die Mitarbeiter würden wieder ihren anderen Arbeitsaufgaben nachgehen. In Aue-Bad Schlema kann man in der Verschiebung gar etwas Gutes sehen: Neben mehr Organisationsvorlauf sei „der Termin hinsichtlich der 850-Jahrfeier der Stadt im Jahr 2023 optimal“, so eine Sprecherin.

Unterdessen gibt es auch Kritik an großen Volksfesten wie dem Tag der Sachsen. Selbst wenn die Besucherzahl in Riesa mit offiziell angegebenen 310.000 Menschen nach mehreren Jahren wieder einen Höchststand markierte – die Zahl der Vereine und Verbände, die teilnahmen, war mit 242 die geringste in der fast 30-jährigen Geschichte der Großveranstaltung. Ausrichterstädte – auch Riesa – verweisen zudem auf verschärfte Sicherheitsvorschriften. FVG-Chefin Manuela Langer sagt angesichts dessen sogar, dass „man ganz genau darüber nachdenken muss, inwieweit diese Veranstaltung in der Größenordnung für eine Kommune noch durchführbar ist.“

Freistaat hält am Fest fest

Für Sachsens Staatskanzlei sind derlei Einwände kein Grund, das jährliche Landesfest von Vereinen und Verbänden zu beerdigen oder ein anderes Format zu suchen. „Eine Ablösung durch ein anderes Fest ist nicht geplant“, so Regierungssprecher Ralph Schreiber, nach dessen Worten sich für Aue-Bad Schlema bis zur Bekanntgabe der Verschiebung 347 Vereine und Verbände angemeldet hatten. Man habe mit mehr als 400 Vereinen gerechnet. Mit Blick auf veränderte Rahmenbedingungen seien „alle Akteure gefragt, miteinander gute, tragfähige Lösungen zu erarbeiten“, um das Fest auch weiterhin feiern zu können.

Mittelfristig wird die Tag-der-Sachsen-Historie wohl auf jeden Fall fortgeschrieben. Mit Freital steht für 2021 schon der nächste Ausrichter fest. Zwar lässt die Staatskanzlei unbeantwortet, welche Stadt 2022 dran sein könnte und verweist auf die noch bis Ende Oktober laufende Bewerbungsfrist. Als künftigen Ausrichter bringt man indes Sebnitz ins Spiel. Dort hätten sich die Bürger 2019 mehrheitlich für eine Ausrichtung des Festes ausgesprochen.

Und Riesa – wird man auch hier irgendwann einen dritten Tag der Sachsen feiern? FVG-Chefin Manuela Langer glaubt das zumindest mit Blick auf die nahe Zukunft nicht. Schließlich sei eine Veranstaltung für jede Kommune ein großer Kraftakt und eine finanzielle Herausforderung. „Aber wer weiß schon, was in 20 Jahren ist ...“.

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Von Freitag bis Sonntag werden 300.000 Besucher in der Stadt erwartet. Die SZ ist mitten dabei - und berichtet aktuell.

  • Für den Tag der Sachsen (TdS) 2019 gab es viele Souvenirs. Etliche sind aus- oder abverkauft (zum Beispiel TdS-T-Shirts, Jubiläumskaffee oder -nudeln). 
  • Was noch da ist: Medaillen 900 Jahre Riesa/TdS Feinsilber (54 Euro), Kaiserzinn versilbert (13 Euro); Porzellanmedaille 900 Jahre Riesa/TdS (31,20 Euro), Sächsische Heimatblätter 3/19 (6,99 Euro); Buttons mit TdS-Logo (50 Cent)
  • Erhältlich sind diese und weitere Artikel bei der Riesa-Information, Hauptstraße 61. 

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