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Ein Kinderhaus ganz in Weiß

Euroimmun schafft sich in Bernstadt einen eigenen Betriebskindergarten. Es ist der einzige in der Region.

Von Steffen Gerhardt

Kita-Leiterin Petra Burkhardt und Mitarbeiterin Arite Maiwald freuen sich schon auf die ersten Kinder. Denn der neue Betriebskindergarten am Pließnitztal ist fertig und wartet auf seine jungen Bewohner. Ebenso stehen die Einrichtung und die Holzspielgeräte im Garten.

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Für die musikalischen Hortkinder steht ein weißes Klavier unter dem Dach zum Üben und Spielen bereit.
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Hier nehmen die Krippenkinder ihre Mahlzeiten ein. Das Essen kommt aus der Betriebsküche in Rennersdorf.
Hier nehmen die Krippenkinder ihre Mahlzeiten ein. Das Essen kommt aus der Betriebsküche in Rennersdorf.
Ein schöner Garten mit viel Grün und zwei Spielanlagen aus Holz warten auf die Mädchen und Jungen.
Ein schöner Garten mit viel Grün und zwei Spielanlagen aus Holz warten auf die Mädchen und Jungen.

Bauherr Winfried Stöcker ist nicht weniger stolz auf diese Einrichtung als seine rund 160 Mitarbeiter in den Betrieben Rennersdorf und Bernstadt. Für den Vorstand des führenden Herstellers von Geräten und Software in der medizinischen Labordiagnostik ist damit ein weiteres Vorhaben an sozialem Engagement in Erfüllung gegangen. Denn nach den Kindereinrichtungen am Hauptsitz in Lübeck und im benachbarten Dassow steht nun die dritte in der Oberlausitz. „Mit unseren Betriebskindergärten ermöglichen wir vielen Kolleginnen und Kollegen, Familie und Beruf bestmöglich unter einen Hut zu bringen“, sagt der Firmengründer zu seinem unternehmerischen Anliegen, immer den Menschen in den Fokus seiner Entscheidungen zu stellen. Daher wurde auch an dieser Einrichtung nicht gespart. Geschäftsführer Lothar Renner spricht davon, dass Architektur, Raumgestaltung und das Inventar von Winfried Stöcker selbst bestimmt wurde. Firmentypisch sind die im reinen Weiß gehaltenen Wände und Möbel. Das Weiß findet sich auch in den beiden hiesigen Betrieben von Euroimmun wieder.

Das Kinderhaus soll ausschließlich Betriebsangehörigen von Euroimmun und Firmen, die mit dem Hersteller von Labortechnik kooperieren, zur Verfügung stehen. „Wir wollen den anderen Einrichtungen keine Konkurrenz machen und ihnen die Kinder nicht abwerben“, beugt Lothar Renner eventuellen Gerüchten vor – und stellt klar: „Wir betreiben den Kindergarten unabhängig von der Kinderzahl.“

Die beiden anderen Betriebs-Kitas begannen mit einer Handvoll Kinder. So wird es auch in Bernstadt werden. Lothar Renner ist sich aber sicher, dass in den nächsten Jahren der zweistellige Bereich zu schaffen ist. „Wir betreuen Krippe, Kindergarten und Hort. Würden alle unsere Mitarbeiterkinder in die Einrichtung gehen, wäre sie ausgelastet.“ Denn in der ehemaligen Fabrikantenvilla ist Platz für 52 Kinder auf drei Etagen. Das von Euroimmun gekaufte Haus wurde seit 2013 vom ortsansässigen Bauhandwerk komplett umgekrempelt und kann sich zu den modernsten Kindereinrichtungen über die Oberlausitz hinaus zählen. Auch dürfte das der einzige, vom Unternehmen selbst geführte Betriebskindergarten weit und breit sein. Wenn auch in unserer Region einmalig, so gibt es nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes in Deutschland rund 600 Betriebskindergärten mit rund 9 400 Plätzen. Ihre Aufnahmekapazität entspricht aber nur 2,6 Prozent aller Kleinkinder in Kitas.

Kita-Leiterin Petra Burkhardt war bereits in den Hausumbau mit involviert. Zusammen mit Mitarbeiterin Arike Maiwald übernimmt sie die Betreuung der ersten Kinder „in diesem sehr schönen und modernen Haus“, wie sie sagt. Wann die Kinder einziehen werden, lässt Lothar Renner noch offen, bis alle Formalien geklärt sind. Das Landesjugendamt hat bereits grünes Licht gegeben. „Ohne Auflagen gab es die Genehmigung, also haben wir alles richtig gemacht“, lobt der Geschäftsführer die Arbeit der Firmen und Handwerker.

Und die kann sich sehen lassen: Krippe, Kindergarten und Hort sind jeweils auf einer Etage für sich. Neben dem Gruppenraum gehören jeweils auch Küche, Toiletten, Waschräume und ein Zimmer, in das sich die Kinder zurückziehen können, dazu. Die Hortkinder haben ein großes Zimmer für ihre Hausaufgaben. Computerarbeitsplätze werden noch eingerichtet, und ein „Hauslehrer“ soll den Schülern nicht nur die Aufgaben kontrollieren, sondern auch helfend zur Seite stehen. Eine Praxis, die in den beiden anderen Euroimmun-Kitas bereits verwirklicht ist. Auf das dominierende Weiß angesprochen, sagt Lothar Renner: „Es ist wie bei einer Entscheidung: Ja oder Nein. Zwischentöne gibt es da nicht.“ Für Vorstand Stöcker ist es die feste Überzeugung, „dass gut ausgebildete, motivierte und gesunde Kollegen eine tragende Säule für den Erfolg von Euroimmun sind.

Euroimmun lädt ein zu einem Tag der offenen Tür in den Betriebskindergarten am Pließnitztal 39 am Freitag, 26. Juni, von 14 bis 17 Uhr.