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Kleiner Kessel für ein großes Schloss

Schloss Hermsdorf hofft auf neue Heizkessel. Der jetzige reicht nicht einmal für das Erdgeschoss.

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© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Hermsdorf. Minusgrade, ein eisiger Wind und zugefrorene Autoscheiben – der Winter startet in diesen Tagen ein kleines Comeback. Die meisten Ottendorfer haben deswegen vermutlich die Heizungen höher gestellt. Im Hermsdorfer Schloss ist das aber leider nicht ganz so einfach. Denn mit einer Leistung von nur 24 Kilowatt schafft es der kleine Heizkessel im Keller des barocken Schlosses höchstens, das Erdgeschoss zu wärmen. „Und auch das nur mit Ach und Krach. Denn die Räume wärmen sich generell sehr schlecht auf“, berichtet Angelika Frenzel von der Betreibergesellschaft des Schlosses.

Der kleine 24 Kilowatt Heizkessel im Keller des Hermsdorfer Schlosses wird normalerweise zum Beheizen eines Einfamilienhauses genutzt. Ein ganzes Schloss zu beheizen, ist laut Volker Dreßler damit unmöglich.
Der kleine 24 Kilowatt Heizkessel im Keller des Hermsdorfer Schlosses wird normalerweise zum Beheizen eines Einfamilienhauses genutzt. Ein ganzes Schloss zu beheizen, ist laut Volker Dreßler damit unmöglich. © Thorsten Eckert

Schon vor einem Jahr äußerte sie den Wunsch nach einer neuen Heiztherme. Damit eben nicht nur das Erdgeschoss, sondern auch die Etagen darüber mit warmer Luft versorgt werden können. Insbesondere hat Angelika Frenzel dabei den wunderschönen Barocksaal im Auge, in dem sich verliebte Paare seit einigen Jahren das Ja-Wort geben können. „Manchmal müssen wir bis Ende Mai die Heizung anmachen, um das Schloss ein wenig zu wärmen“, berichtet sie. Im Barocksaal kommt dabei nicht viel an. Und die erste Hochzeit 2018 steht bereits am 12. Mai an.

Deswegen hoffen Angelika Frenzel sowie ihre ehrenamtlichen Kollegen von der Interessengemeinschaft, dass in diesem Jahr ein neuer Heizkessel angeschafft werden kann. Denn der Jetzige wird normalerweise für das Beheizen eines normalen Einfamilienhauses verwendet – und nicht für ein riesiges Schloss. Am liebsten wären Volker Dreßler von der Interessengemeinschaft sogar zwei Heizkessel mit einer jeweiligen Leistung von 70 Kilowatt. So könne man die Temperaturen besser regulieren.

Spenden erbeten

Doch natürlich kosten die Heizkessel eine Menge Geld. Mehrere Tausend Euro. Doch wo soll es herkommen? Eigentümer des Schlosses ist die Gemeinde Ottendorf-Okrilla und die ist froh, dass sie in diesem Jahr dank Fördermittel die Dachsanierung des Schlosses endlich in Angriff nehmen kann. Kurzum: Die Gemeinde und die Ehrenamtlichen sind auf die Hilfe der Ottendorfer sowie aller Schloss-Liebhaber von nah und fern angewiesen. „An dieser Stelle möchte ich auch erst mal ein großes Dankeschön aussprechen“, betont Angelika Frenzel. Denn natürlich sind im vergangenen Jahr erneut viele Spenden eingegangen. Seien es materielle oder finanzielle. Und auch in seiner ersten Sitzung im Januar vor wenigen Tagen konnte der Ottendorfer Gemeinderat der Annahme von insgesamt 272,66 Euro Spendengeldern für das Hermsdorfer Schloss zustimmen.

Auf diese Spendenbereitschaft hoffen die Ehrenamtlichen der Interessengemeinschaft und Betreibergesellschaft auch in diesem Jahr und bitten gleichzeitig alle Ottendorfer und Gäste der Region darum, den Wunsch nach einem beziehungsweise zwei neuen Heizkesseln zu unterstützen. Damit es bei den künftigen Lesungen, Konzerten, Märkten – egal, ob von der Schlosspark-Gesellschaft, der Betreibergesellschaft oder der Gemeinde organisiert – auch angenehm warm ist und keiner der Gäste im Wintermantel die jeweilige Veranstaltung erleben muss.