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Ein kleines Plätschern mit großer Wirkung

Die Brunnenanlage am Leipziger Platz soll wieder sprudeln. Einen Probelauf gab es schon.

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Von Katja Pautz

Da horchten die Anwohner auf und staunten: Vergangene Woche plätscherte es wieder auf dem „Leipziger Platz“ (Leipziger Straße, Ecke Landeskronstraße). Aus dem gelben Betontor spritzten Wasserstrahlen aus 16 Düsen. Die Sonne schien, die Kinder freuten sich, Passanten irgendwie auch. Zwei Tage lang hatte die umstrittene, unansehnliche Wand endlich wieder einen Sinn. Am dritten Tag aber glich das Wasserspiel schon mehr einem Trauerspiel: Nur noch aus zwei Düsen gluckerte es. Seither herrscht Dürre.

Unternehmer Johannes Pietsch, der die Anlage vor seinem Geschäft hat, erinnert sich, dass seit April daran gearbeitet wurde. „Und da Anfang Mai die Brunnensaison in der Stadt beginnt, dachte ich mir, dass es hier dann auch wieder losgehen wird.“ So ist der Plan, teilt Reynard Werling, Sachgebietsleiter Stadtgrün mit. Das jetzt sei ein Probelauf gewesen. Kommende Woche oder in der darauf werde die Anlage regulär in Betrieb genommen.

Gitter kaputt, Brunnen dicht

An der Pumpentechnik müssten die verantwortlichen Mitarbeiter des Städtischen Betriebshofes noch feilen. Unternehmer Pietsch würde sich freuen, wenn der Brunnen wieder sprudelt, weil es den Platz beleben würde und weil „das hier sonst völlig umsonst gebaut worden wäre.“ Dass es ihm nicht gefällt, daraus macht er kein Hehl: „Das Wasserspiel ist nicht schlecht, aber die ganze Konstruktion hier passt nicht in das Gründerzeitviertel, sie ist viel zu modern.“ In der ursprünglichen Version und ersten Form des Brunnens war ein Gitter im Tor wichtigster Bestandteil. Über dies lief das kühle Nass hinunter, bis es zerstört wurde. Vandalismusschäden gab es in den Jahren 2002 und 2003 immer wieder, so Werling. Metall-Verstärkungen konnten das auch nicht verhindern und regelmäßig neue Gitter einzusetzen, wäre sehr teuer geworden. So hat die Stadt den Brunnen 2003 außer Betrieb genommen.

Und das blieb so, bis jetzt. Nun haben Mitarbeiter des Städtischen Betriebshofes Wasserbild und Wasserzulauf neu gestaltet und selbst montiert. Die Düsen und die seitliche Wasserzufuhr, so hoffen die Verantwortlichen, sollen weniger anfällig für (Zer-)Störungen sein. Gekostet habe das alles auch nicht viel, da die Bauteile „standardisierte“ aus dem Lager seien und die Arbeit in Eigenleistung erbracht wurde. Eine Zahl nannte Werling nicht. Neu habe die Anlage damals, 2001, umgerechnet 7 000 Euro gekostet.

Auch Manuela Apelt vom Geschäft auf der anderen Straßenseite hat das neuerliche Wasserspiel am Leipziger Platz registriert: „Es war gut, dass es lief, aber irgendwie sah es aus wie gewollt und nicht gekonnt“, sagt sie.

Was ist das bloß?

„Wir dachten, da muss doch jetzt noch jemand kommen und noch etwas dran machen.“ Die dünnen Wasserstrahlen und das mickrige Rinnsal gefielen nicht wirklich.

Ein funktionierendes Wasserspiel aber fände auch sie in jedem Fall gut, dann hätte dieses Tor wieder eine Funktion. „Touristen und Kunden fragen mich oft, was das da draußen eigentlich sei“, sagt Manuela Apelt und schmunzelt. Und Unternehmer Pietsch fragt sich, ob nun auch die hässlichen Schmierereien an der gelben Brunnenwand beseitigt werden, das würde ja irgendwie schon dazu gehören.