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Ein Knast wird Hotel

Meißen. Ein Wiener will Touristen im ehemaligen Gefängnis einquartieren..

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Von Ulrike Körber

Das ehemalige Gefängnis auf dem Burgberg hat einen neuen Eigentümer. Der Freistaat konnte die Immobilie erfolgreich an den Mann bringen. An einen Mann aus Österreich. Ein Wiener Architekt hat Gefallen an dem historischen Bau gefunden.

Wer dieser Liebhaber von solcher Art Knast-Baukunst ist, wurde bislang nicht bekannt. Der Partner Thomas Dost von der Bau-Agentur Yvonne Schmidt aus Bobritzsch gibt den Namen nicht preis. Nur so viel rückt Dost heraus: Aus dem alten Meißner Gefängnis soll eine Event-Pension werden. „Die Gäste können sich ihre eigene Zelle reservieren können“, sagt Dost. „Wir werden aus zwei Zellen ein Appartement machen“, so Dost. 32 solcher Zimmer sollen entstehen. Das Flair des alten Gefängnisses soll erhalten bleiben. „Dennoch wird die Pension allen modernen Ansprüchen von Touristen genügen“, so Dost, der sich sicher ist, das solch ein Konzept gut ankommt.

Ende 2007 soll Einzug sein

1,2 Millionen Euro will der Eigentümer hineinstecken. Der Besitzer und die Agenturmitarbeiter warten jetzt nur auf das Okay aus der Stadtverwaltung, um starten zu können. Ziel sei es, die Pension Ende 2007 zu eröffnen.

„Ich habe mir das Gebäude angesehen und bin begeistert“, so Dost. Er glaubt nicht, auf bauliche Probleme zu stoßen. Das hofft auch Meißens Baudezernent Steffen Wackwitz nicht, der die Unterlagen des Eigentümers erst einmal studieren muss. Vor wenigen Tagen wurden diese abgegeben. Jetzt werden sich die Fachleute die Pläne ansehen. Absprachen muss es wegen des Konzeptes geben. Trotz der langen Prozedur hofft Wackwitz, den Eigentümer vor Jahresfrist informieren zu können.

Angelika Lasius, die Chefin der Albrechtsburg, beurteilt die Pläne zurückhaltend. „Eine Knast-Pension vis-á-vis dem Schloss und dem Dom – Nun ja, manche Leute wollen es eben verrückt haben“, sagt sie. „Zumindest ist es gut, dass der denkmalpflegerische Bestand erhalten werden soll“, so die Burgchefin. „Und da die Leute sicherlich nicht bei trocken Brot und Wasser in den Zellen sitzen werden, demzufolge die Pension nicht ganz so preiswert ist, wird schließlich der Preis entscheiden, welche Gäste sich einmieten und welche nicht kommen werden.“