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Landtagswahl 2019

Ein Kretschmer allein reicht nicht

In der sächsischen CDU ist so etwas wie Entschlossenheit oder gar Kampfgeist nur erstaunlich wenig zu spüren. Ein Kommentar von Annette Binninger.

Michael Kretschmer
Michael Kretschmer © dpa

In der Chemnitzer Parteitagshalle, in der die CDU am Samstag ihr Wahlprogramm beschloss, blieb die Atmosphäre eher unterkühlt. Und dies lag nicht nur an der starken Klimatisierung des Raumes oder der bevorstehenden Urlaubszeit. Das Problem der CDU scheint eher: Der Einzige, der weiterhin nahezu in Einzelkämpfer-Modus versucht, den entscheidenden Funken in seiner Partei zu entfachen, den sie bei dieser Richtungswahl fürs Land dringend braucht, ist noch immer Ministerpräsident Michael Kretschmer. Doch wo ist seine Partei?

In den 18 Monaten seiner Regierungszeit hat Kretschmer zusammen mit der SPD versucht, die Fehler seiner Vorgänger zu korrigieren, den Freistaat vor allem in puncto Sicherheit und Bildung auf einen neuen Kurs zu bringen. Und das in einer Geschwindigkeit, die man in Sachsen bisher nur aus den unmittelbaren Nach-Wendejahren kannte. Doch: Kann das reichen, der CDU am 1. September auf dem Siegertreppchen den ersten Platz vor der AfD zu sichern?

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Die CDU hat jetzt zwar ein Wahlprogramm verabschiedet, das zum ersten Mal nicht in Hinterzimmer-Mentalität aus Parteikreisen irgendwie zurechtgezimmert wurde. Doch es scheinen die Kraft und die Menschen zu fehlen, die es auch mit Leben erfüllen, überzeugend dafür werben könnten.

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Ob der Wähler nach Jahren der Enttäuschung der CDU überhaupt noch die Kraft und das Vertrauen entgegen bringen wird, ihr auch bei dieser Wahl noch einmal seine Stimme anzuvertrauen, ist die entscheidende Frage. Und dies hat auch viel mit der Glaubwürdigkeit und Wirkung des Ministerpräsidenten zu tun, der durch sein starkes Engagement weit über Parteigrenzen hinaus, in den vergangenen Monaten so manchen überrascht hat. Aber ein Kretschmer allein wird sicher nicht reichen, um diese Wahl zu gewinnen.

E-Mail an Annette Binninger

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