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Ein Lächeln

Kennen Sie Jochen Petersdorf? Ja, genau, den vom „Eulenspiegel“. Der früher in „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ immer Märchen für Erwachsene erzählte. Von eben diesem Jochen Petersdorf stammt das...

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Kennen Sie Jochen Petersdorf? Ja, genau, den vom „Eulenspiegel“. Der früher in „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ immer Märchen für Erwachsene erzählte. Von eben diesem Jochen Petersdorf stammt das geflügelte Wort „Ein bissel Verschwendung von Charme macht was aus und uns alle nicht arm“.

An diesen Spruch musste ich dieser Tage denken, als ich beim Vorbeigehen am Bautzener Centrum-Parkhaus Folgendes sah: Ein Mann, beide Hände voller Taschen, wollte aus dem Parkhaus gehen. Hinter ihm kam eine Frau, die Hände leer. Was machte der Mann? Stellte die Taschen ab, öffnete höflich die Tür und ließ die Frau zuerst durch. Er erntete nicht nur ein Lächeln, sondern auch eine Frage. Doch der Mann lehnte das Angebot der Frau, ihm doch eine der Taschen abzunehmen, dankend ab. Und ebenfalls lächelnd.

Am nächsten Tag sah ich die Beiden übrigens auf der Goschwitzstraße vor einem großen Eisbecher. Ohne Taschen, aber mit einem unübersehbaren Lächeln. Tja, schon ein bissel Verschwendung von Charme macht manchmal wirklich was aus, meint Ihr Landstreicher.