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Ein Leben für die Musik

Bei anderen Leuten sind der Fernseher oder die Soundanlage der Blickfang im Wohnzimmer. Bei Marion und Wolfgang Hanke sind es das Keyboard und das mehrere hundert Euro teure Mikrophon. „Es nimmt jeden Atemzug mit auf“ sagt Wolfgang Hanke und drückt zum Beweis den Play-Knopf seiner Anlage.

Von Ines Klein

Bei anderen Leuten sind der Fernseher oder die Soundanlage der Blickfang im Wohnzimmer. Bei Marion und Wolfgang Hanke sind es das Keyboard und das mehrere hundert Euro teure Mikrophon. „Es nimmt jeden Atemzug mit auf“ sagt Wolfgang Hanke und drückt zum Beweis den Play-Knopf seiner Anlage. Andrea Bocellis „Time to say goodbye“ erklingt und Marion Hanke reibt sich über ihre Unterarme: „Ich bekomme immer Gänsehaut, wenn ich diese Stimme höre“. Es ist ihre eigene.

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Marion und Wolfgang Hanke haben sich über die Sächsische Zeitung kennengelernt. Wolfgang Hanke suchte eine Sängerin. Der gebürtige Leipziger hatte im „Roger Sextett“ und als Bandleader von „Atlantis“ viel Bühnenerfahrung gesammelt, wurde oft gebucht, allerdings hatte sich sein musikalischer Mitstreiter von ihm getrennt. „Allein machte es einfach keinen Spaß“, erinnert er sich beim Blättern durch die Fotoalben.

Eine, die sich auf die Anzeige meldete, war Marion Hanke. Mit Bauchschmerzen ging sie zum Vorsingen. Das fand in der Garage statt. Der Grand-Prix-Gewinnersong von Nicole, „Ein bisschen Frieden“ war der erste Titel, den beide gemeinsam spielten, mit sehr unterschiedlichen Gefühlen. Wolfgang war begeistert, Marion völlig verunsichert. „Ich dachte, ich treffe keinen Ton“, sagt die gebürtige Medingerin. Sie hat nie eine Gesangsausbildung genossen, aber schon immer gesungen. Mit zwölf Jahren im Schulchor, dann bei Familienfeiern. Der Großvater hatte sie infiziert. Er spielte Klavier, Geige, Bass und Trompete. Wenn Marion dazu sang, begann er vor Freude zu weinen. Doch für große Bühnenauftritte reichte ihr Mut nicht.

Bis zu einer Familienfeier 1984. Im Kassettenrekorder lag noch ein altes Band, auf dem Marion Hits aus den achtziger Jahren in zweiter Stimme mitgesungen hatte. Die Geburtstagsgäste, darunter ein Musiker von den Rödertalern, waren begeistert. Marion sollte zum Vorsingen kommen, wurde sofort engagiert und stand fortan vor allem an den Wochenenden auf der Bühne. Ihr Geld verdiente sie damals allerdings noch im Büro. Wenig später sang sie bei den Wesenitztaler Musikanten.. Doch sie wollte mehr, nicht nur Blasmusik.

„So fand ich zu Wolfgang“, sagt die 57-jährige und strahlt ihren Mann an. Ihr erstes Engagement hatten sie bei der Sächsischen Dampfschifffahrt. Das Boot schaukelte, die Menschen klatschen und Wolfgang strahlte. Ich glaube, ich kriege Flügel, hat er damals nach dem Auftritt gesagt. Da hatte das Duo Phönix schon seinen Namen.

Beim Grand Prix in Sachsen haben Marion und Wolfgang Hanke den ersten Platz belegt. Sie reisten zum Endausscheid nach Berlin. Dort gab es zwar keinen Pokal, aber den ein oder anderen Folgeauftritt.

Ende 2010 hat Wolfgangs Sohn Danny eine neue Internetseite für das Duo gestaltet. Seitdem häufen sich die Anfragen, aber es gibt noch einige freie Termine im Auftrittskalender, sagt Marion Hanke. Sie hofft auf das Frühjahr. Wenn die Knopsen austreiben und rund um das Fachwerk eine grüne Oase entstehen lassen.

Wolfgang Hanke denkt indes darüber nach, sich ein neues Keyboard zu kaufen. Heute gibt es ja alles, schwärmt wer. Zu DDR-Zeiten hat er seine Boxen noch selbst zusammengebaut. Heute sind sie halb so groß, doppelt so leistungsfähig und passen bequem in den silbergrauen VW Touran, das Tourfahrzeug der Lomnitzer.

Weitere Informationen und den Kontakt zum Duo Phönix aus Lomnitz stehen im Internet unter www.duo-phönix.de. Wer das Duo Phönix live erleben möchte, kann am 20. und 23. März in Bürgerhaus nach Langebrück kommen. Dort begleiten Marion und Wolfgang Hanke den „ Tanztee 50 plus“ musikalisch.