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Ein letzter Applaus für Bernd Warkus

Der Meißner Künstler ist am Mittwoch beigesetzt worden. Zur Trauerfeier waren Künstler und Weggefährten erschienen.

Auf dem Weg zum Grab: Die Gäste der Trauerfeier für den Meißner Künstler Bernd Warkus auf dem Friedhof an der Nossener Straße.
Auf dem Weg zum Grab: Die Gäste der Trauerfeier für den Meißner Künstler Bernd Warkus auf dem Friedhof an der Nossener Straße. © Claudia Hübschmann

Meißen. Minutenlanger Beifall in der Trauerhalle auf dem Friedhof an der Nossener Straße. Dieser letzte Applaus galt am Mittwochnachmittag Bernd Warkus. Der Meißner Xylofon-Virtuose war am 24. Juli im Alter von 69 Jahren gestorben.

Zur Trauerfeier waren Angehörige, Freunde und Weggefährten des Künstlers in Meißen erschienen – unter ihnen die Sänger Gerd Christian und Hans-Jürgen Beyer, der Künstler Willy Peetz mit Gattin und der Meißner Breakdancer Heiko Hahnewald. Die Berliner Künstlerin Dagmar Frederic, die mit dem Verstorbenen eine langjährige Freundschaft verbunden hatte, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Trauerfeier teilnehmen, ließ sich aber durch ihren Ehemann Klaus Lenk vertreten. Aber auch OB Olaf Raschke, Meißens früherer Bürgermeister Hartmut Gruner und die frühere Theaterchefin Renate Fiedler erwiesen Bernd Warkus die letzte Ehre.

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„Sie alle erinnern sich bestimmt an eine Begebenheit mit Bernd Warkus", sagte der Erfurter Zirkus- und Schaustellerpfarrer Conrad Herold zu den etwa 70 Gästen der Trauerfeier. Zuvor war eines der von Bernd Warkus gespielten Musikstücke erklungen. Weitere kurze Einspielungen während der Feierstunde zeugten davon, dass der Meißner Künstler nicht nur das Xylofon, sondern auch Zahnräder zum Klingen zu bringen vermochte. Die Stücke riefen Erinnerungen an legendäre Auftritte wach, zum Beispiel beim Konzert vor zehn Jahren anlässlich seines 50. Bühnenjubiläums im Meißner Theater.

Ein Bild, das während der Trauerfeier hinter der Urne aufgestellt war, zeigte Bernd Warkus so, wie ihn viele erlebt und in Erinnerung hatten: mit Leidenschaft, im Begriff, seinem Instrument eine Melodie zu entlocken – mit Schwung, aber auch viel Feingefühl. Sein Sohn René sowie sein Lebensgefährte und Ehemann Ullrich Baudis hatten sich am Beginn der Feier gemeinsam vor der Urne verneigt.

Musik war seine Leidenschaft, resümierte der Trauerredner das Leben von Bernd Warkus. Das bleibt: „Er weiß zu unterhalten, er möchte, dass der Funke überspringt. Den Leuten im Publikum soll es einfach gut gehen“, so Conrad Herold. Bernd Warkus entstammte einer musikalischen Familie, sein Großvater habe das Talent von Bernd schon im frühen Kindesalter entdeckt, sodass er mit neun Jahren bereits seinen ersten Bühnenauftritt im Kulturhaus seiner Geburtsstadt Staßfurt hatte. 1964 siegte er bei Heinz Quermanns Talente-Show „Herzklopfen kostenlos“ im DDR-Fernsehen.

Bei unzähligen Auftritten landauf und landab – darunter auch im Berliner Friedrichstadtpalast, im Dresdner Café Prag und in vielen Ländern der Welt – hat Bernd Warkus mit seiner virtuosen Kunst das Publikum begeistert. Und er hat sein Können an seinen Sohn René weitergegeben und mit ihm gemeinsam als „Warkus & Warkus“ musiziert.

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Denke immer daran: Nichts ist so schwer, aber auch so schön wie das Leben – so schrieb es Bernd Warkus in einem Gruß, sagte der Redner in seiner Ansprache. Er erinnerte daran, dass Bernd Warkus bis ins letzte Jahr hinein Auftritte übernommen und den Menschen Freude geschenkt hatte – der Lungenkrankheit COPD, die immer wieder Krankenhausaufenthalte erforderte, zum Trotz.

Im Anschluss zogen die Trauergäste zum Grab, wo die Urne beigesetzt wurde.

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