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Ein Lichtblick für Radebeuler Künstlerin

Die Keramikkünstlerin Ines Hoferick aus Radebeul konnte zweieinhalb Monate keine Kurse geben und nichts verdienen. Da kam eine kleine Hilfe recht.

Keramik- und Töpferkurs im Garten. Ines Hoferick (2. von links) würde sich über Anmeldungen freuen. In ihrem Garten in der Makarenkostraße können sich die Kursteilnehmer - hier Elke Gonzalez Silva, Eva Kunath und Petra Schörk - Anregung holen.
Keramik- und Töpferkurs im Garten. Ines Hoferick (2. von links) würde sich über Anmeldungen freuen. In ihrem Garten in der Makarenkostraße können sich die Kursteilnehmer - hier Elke Gonzalez Silva, Eva Kunath und Petra Schörk - Anregung holen. © Norbert Millauer

Radebeul. Der Garten steckt voller Tiere. Eidechsen, Schafe, Vögel, Fische aus Keramik. Ein Brunnen mit Wasserrädern plätschert unter schattenspendenden Bäumen. Himbeersträucher tragen rote Früchte, eine Laube mit Gartenbank bietet Platz zum Ausruhen und einfach nur Schauen. Die pure Idylle zum Rauskommen aus der Alltagshektik.

In der Makarenkostraße 3 findet sich dieses Paradies. Ines Hoferick ist hier zu Hause, hat hier ihr Keramikstudio und ihren Brennofen im Keller. Die Kunsthandwerkerin gibt Keramikkurse an der Volkshochschule und in ihrem Studio. Im Sommer, auch schon bei schönem Wetter im Frühjahr, geht sie mit den Teilnehmern nach draußen in den Garten.
Die meisten laufen dann erst mal zwischen Sträuchern, Lauben und Töpfereien durchs Grün und lassen auf sich wirken, was da schon alles aufgestellt, aufgehängt ist oder auf Stangen leicht im Wind wippt.

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Überall im Garten von Ines Hoferick gibt es Tiere zu entdecken.
Überall im Garten von Ines Hoferick gibt es Tiere zu entdecken. © Norbert Millauer

Das alles geht, wenn das Leben normal abläuft. Was in den letzten Monaten nicht so war. Ines Hoferick: „Zweieinhalb Monate konnte ich gar nichts machen. Hatte keine Möglichkeit, für meinen Lebensunterhalt etwas zu verdienen.“ Eine ihrer Kursteilnehmerinnen hat ihr dann von der Aktion Lichtblick der Sächsischen Zeitung erzählt und dass es von dort auch Hilfe geben kann. „Ich habe den Antrag gestellt und wenige Tage später gab es 500 Euro“, sagt Ines Hoferick freudestrahlend. Das habe ihr geholfen, zumindest die notwendigsten Ausgaben bestreiten zu können. „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Spendern von Lichtblick bedanken.“

Inzwischen geht es im Garten an der Radebeuler Makarenkostraße in Sachen Töpferkurse wieder aufwärts. Abstände können hier so groß gehalten werden, dass keiner eine Maske vor Mund und Nase tragen muss. Drei Frauen sitzen am Tisch unter einem großen Baum. Sie kneten hellen Ton zu unterschiedlichen Formen. Das wollten sie schon immer mal machen. Kreativ sein und Keramikstücke für ihren Kleingarten formen, sagt Eva Kunath.

Zehn Euro die Stunde

Auch den anderen beiden - Elke Gonzalez Silva und Petra Schörk - ist anzusehen, dass sie sich wohlfühlen und entspannt sind. Mit den eigenen Händen etwas tun. Sorgen wegkneten, miteinander reden und am Ende das im Ofen in der Werkstatt Gebrannte auch noch benutzen. Schöner und sinnvoller könne es kaum sein, sind sich die Frauen einig.

Ines Hoferick würde gern noch mehr Leute in ihren Garten einladen. Familien, Mütter, Väter oder Großeltern mit Kindern, die sich für Keramik und Töpfern interessieren könnten. Es gibt auch Kaffee, Brause oder für die Damenrunde mal ein Glas Sekt. Freitag oder auch Samstag könnte das zu je zwei Stunden ganz individuell vereinbart werden.

Im Kunstgarten finden sich reichlich Inspirationen.
Im Kunstgarten finden sich reichlich Inspirationen. © Norbert Millauer

Genug Ton hat Ines Hoferick im Keramikstudio eingelagert. Zwei Tonnen, sagt sie. Und bevor Corona kam, hat sie sich außerdem entschlossen, einen neuen Ofen setzen zu lassen. Einen Raku-Ofen, der nach einer alten japanischen Brenntechnik betrieben wird, die besondere Farben und Muster hervorbringen kann, die eine besondere Anlehnung an die Natur haben. Der Ofen wird nicht billig sein. Aber Ines Hoferick hat ihn sich lange gewünscht und wollte den Handwerker auch nicht wieder abbestellen.

Die Mittagssonne hat inzwischen den höchsten Stand erreicht. Im Garten ist es immer noch angenehm. Das viele Grün hält Hitze ab. Die drei Frauen haben einen Blumenübertopf und andere Gefäße geformt. Die müssen noch gebrannt werden. Und Ines Hoferick würde sich auf Mails oder Anrufe freuen.

Kontakt zu Ines Hoferick: Telefon 0351 2722300 oder 0176 66617006; [email protected]
oder www.keramikstudio-hoferick.de

Erreichbar ist Lichtblick Di. und Do., jeweils 10 bis 15 Uhr, unter Telefon 0351 48642846,
[email protected]

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