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Ein Manager für Gesundbrunnen

David Remetter ist der neue Ansprechpartner im Stadtteil. Es geht um Wünsche und Aktionen der Bewohner – und ein besseres Image.

Ein besseres Image für Gesundbrunnen, darum kümmert sich jetzt David Remetter. Er ist Quartiermanager und als Ansprechpartner für Bewohner und Akteure im Stadtteil an zwei Tagen in der Woche im schiefen Haus anzutreffen.
Ein besseres Image für Gesundbrunnen, darum kümmert sich jetzt David Remetter. Er ist Quartiermanager und als Ansprechpartner für Bewohner und Akteure im Stadtteil an zwei Tagen in der Woche im schiefen Haus anzutreffen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Lange war er angekündigt worden, jetzt ist er da: ein Quartiermanager für den Stadtteil Gesundbrunnen. Seit zwei Monaten ist David Remetter an zwei Tagen in der Woche vor Ort. Montag und Mittwoch ist er im schiefen Haus in der Nähe des Röhrscheidtbades anzutreffen. Dort teilt er sich die Räume mit Maxi Hoke, die bereits seit vorigem Jahr ein Projekt zur Bürgerbeteiligung in Gesundbrunnen leitet.

Ansprechpartner für die Bewohner des Stadtteils zu sein, sie mehr einzubeziehen, sie zu motivieren, sich selbst für ihre Anliegen einzusetzen – das gehört auch zu den Aufgaben des Quartiermanagements. Tobias Eisold sieht da Nachholbedarf. „Die Leute sind hier nicht so leicht zu aktivieren wie in den Großstädten“, ist sein Eindruck. Eisold ist Projektleiter bei der KEM Mitteldeutschland, einem in Dresden ansässigen Unternehmen, das Dienstleistungen für Städte und Gemeinden erbringt und auch beim Quartiermanagement Erfahrungen hat, so aus dem Dresdner Stadtteil Prohlis.

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Im vorigen Jahr beauftragte die Stadt Bautzen die KEM mit dem Aufbau eines Quartiermanagements für Gesundbrunnen – mit dem Ziel, mehr Lebensqualität für die Bewohner zu erreichen und das Image des Stadtteils zu verbessern. Die Sache verzögerte sich allerdings, unter anderem, weil ein Mitbewerber zunächst gegen die Vergabe Widerspruch eingelegt hatte. Es sei aber auch nicht leicht gewesen, die Stelle zu besetzen, räumt Eisold ein. Die Zeiten, da Bewerber Schlange standen, seien vorbei. Nun geht also David Remetter in Bautzen seine ersten beruflichen Schritte. Der junge Mann stammt aus Aschaffenburg, hat zunächst in München Geografie und Soziologie studiert und ist dann nach Dresden zum Masterstudium gewechselt. Seinen Fokus legte er dabei auf den Bereich Stadt- und Regionalplanung. Im Rahmen eines Praktikums lernte er die KEM kennen. Nun ist er als Quartiermanager beim Unternehmen teilzeitbeschäftigt, nebenher schreibt er noch seine Masterarbeit.

Sotiale Projekte laufen an

Seit Mai ist der 27-Jährige dabei, sich in Gesundbrunnen einen Überblick zu verschaffen. Mit einigen ehrenamtlich Aktiven habe er schon gesprochen, erzählt er. Seine erste Erkenntnis: Es gibt keine einheitliche Sicht auf den Stadtteil. Die einen würden das Gebiet nicht anders einschätzen als andere Stadtviertel, andere sehen durchaus spezielle Probleme. Remetters eigener Eindruck: Die Wahrheit liege wohl irgendwo dazwischen. Als positiv seien die gute Infrastruktur und das viele Grün hervorzuheben. Bedarf sieht er unter anderem bei Angeboten für Jugendliche. Da gebe es zu wenig. Aber das soll sich ändern. Immerhin stehen der Stadt bis 2020 fast 900 000 Euro aus einem EU-Förderprogramm zur Verfügung, um soziale Projekte in Gesundbrunnen zu finanzieren. Einige laufen bereits, andere sind in Vorbereitung. So plane der Kreissportbund neue sportliche Angebote im Stadtteil, aber das brauche noch etwas Zeit. Aus dem von Maxi Hoke geleiteten Projekt mit dem Namen Bewohnerselbstorganisation sind hingegen schon ein paar Aktivitäten, etwa ein kleines Fest auf dem Platz der Völkerfreundschaft, entstanden. Auch eine AG Spielplatz hat sich gefunden. Denn mangelnde Sauberkeit auf den Spielplätzen sorgt immer mal wieder für Kritik. Nun wollen Bewohner selbst etwas tun, so ist für Sonnabend, den 13. Juli, eine erste Saubermachaktion geplant. Zwischen 14 und 17 Uhr sind dann alle auf den Abenteuerspielplatz an der Albert-Einstein-Straße eingeladen, um gemeinsam Dreck und Scherben wegzuräumen.

Facebookseite für den Stadtteil

David Remetter unterstützt solche Aktionen gern. Als Nächstes will er sich darum kümmern, dass sie auch bekannt werden. Für alle Infos zum Stadtteil ist eine Facebookseite und ein eigener Bereich für Gesundbrunnen auf der Homepage der Stadt geplant. Zudem soll es im September mehrere Gesprächsrunden zu Themen wie Sauberkeit oder besseres Miteinander geben, um weitere Aktivitäten anzuschieben.

Noch ist offen, wie es nach 2020, wenn die Förderperiode ausläuft, weitergeht. Die Stadt hat laut Amtsleiter Thomas Groß aber eine Verlängerung bis 2022 beantragt.

Quartiermanagement Bautzen-Gesundbrunnen im schiefen Haus, Otto-Nagel-Straße 79, Telefon 0174 1963 716. Sprechzeit: Montag 10 bis 14 Uhr, Mittwoch 14 bis 18 Uhr.

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