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Ein Mann hilft Männern

Karsten Schriever organisiert die evangelische Männerarbeit. Sein Beruf fordert Kreativität.

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Von Lisa Fritsche

Das Auto ist sein Schreibtisch und die Bibel seine Lebensanleitung. Der Oelsaer Karsten Schriever ist täglich für die Männer Sachsens im christlichen Auftrag unterwegs. Seit über zehn Jahren ist er einer von drei Reisesekretären der Männerarbeit der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens. 40 christliche Männergruppen stehen von der tschechischen Grenze bis Riesa und von Freiberg bis nach Radeberg unter seiner Obhut.

Karsten Schriever näherte sich im Jugendalter der christlichen Religion an. Mit 15 Jahren begann er, den Glauben ernst zu nehmen, engagierte sich ehrenamtlich in seiner Gemeinde und machte wenige Jahre später eine kirchliche Ausbildung zum Diplom-Religionspädagogen. Von 1992 bis 2003 war er in der Jugendarbeit des ehemaligen Landkreises Dippoldiswalde tätig. Danach wurde der gebürtige Chemnitzer Reisesekretär der Männerarbeit der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens. „Die Arbeit macht mir großen Spaß und fordert mich immer wieder neu heraus“, erklärt Schriever. Die Angebote der evangelisch-lutherischen Männerarbeit gehen weit über Stammtischrunden in der örtlichen Kneipe hinaus. Vom Ehetag im Weingut bis zur Männerwerkstatt plant der Geschäftsführer für Männer, Familien und generationsübergreifende Arbeit Aktivitäten jeder Art, die dem Mann gut tun.

Neben der Betreuung kirchlicher Männergruppen und der Schulung ehrenamtlicher Gruppenleiter plant er auch besondere Ereignisse, wie den jährlichen Elbmännertag, mit. Dieser findet wieder am 15. März in der Bergwirtschaft Wilder Mann in Dresden statt. In männlicher Runde wird dort über die Herausforderungen, Erwartungen und Probleme des Mannseins debattiert und nach möglichen Lösungswegen gesucht. Die Verbindung von alltagspraktischen Themen und dem biblischen Wort ist Schriever besonders wichtig. „Ich möchte den Männern helfen, eine Beziehung zu Gott zu finden, diese zu stärken oder gegebenenfalls auch zu korrigieren“, erklärt der 52-Jährige. Bei den Männertreffen spielt jedoch nicht nur der religiöse Auftrag eine Rolle. So sind alle Veranstaltungen für jedermann offen – unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft. Bislang werden die Angebote der evangelisch-lutherischen Männerarbeit jedoch vor allem von älteren Männern mit christlichem Hintergrund wahrgenommen, die im Lebensabend über Inhalt und Sinn der vergangenen Jahrzehnte nachdenken möchten. Mit Kanu-Camps, Wanderreiten oder Ski-Kursen sollen nun aber auch jüngere Väter mit ihren Kindern angelockt werden. „An den Wochenenden klappt das schon ganz gut“, bestätigt Schriever.

Die Gründe für eine Teilnahme sind ebenso vielfältig wie das Jahresprogramm der evangelischen Männerarbeit selbst. Einige suchen im Austausch unter Männern auch hilfreiche Ratschläge für die eigene Partnerschaft. So hat Schriever in seiner täglichen Arbeit nicht nur mit Männern zu tun.„Kommunikation ist immer ein großes Thema“, sagt Schriever. So gibt es spezielle Angebote für Mann und Frau, welche die gegenseitige Verständigung verbessern sollen. Tanzwochenenden oder Wandertage für Ehepaare stehen ebenso auf dem Programm.

Für einige Teilnehmer sind die gemeinsamen Abende in der Männergruppe auch einfach Entspannung und Ausgleich vom Alltags- und Berufsleben. So kann in vertrauter Runde auch über Themen geredet werden, die in Alltagsgesprächen eher selten vorkommen. „Manchmal versteht man sich einfach besser, wenn man unter sich ist“, erklärt Schriever.