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Ein Mann mit Langzeitrekorden

Joachim Klöser ist seit 60 Jahren bei der Cunewalder Feuerwehr. Dafür wurde er geehrt. Doch nun muss er kürzer treten.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Cunewalde. Stolz zeigt Joachim Klöser die schön gestaltete Ehrenurkunde und das Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes. Beides erhielt der 81-Jährige Anfang März bei der Jahreshauptversammlung der Cunewalder Feuerwehr überreicht. Es ist die Anerkennung für 60-jährige treue Dienste bei den Floriansjüngern.

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Gern erinnert sich der gebürtige Cunewalder an die vielen schönen Stunden, die er mit seinen Kameraden verbracht hat. An die schlechten Momente mag er sich nicht mehr erinnern, er hat sie tief in seinem Inneren vergraben. „Die Kameradschaft und der Zusammenhalt der Feuerwehrleute untereinander war für mich immer das Wichtigste“, sagt Joachim Klöser rückblickend. Da er im Schichtdienst beim Fortschritt-Kombinat in Singwitz arbeitete, war für ihn eine Feuerwehrlaufbahn bis hinauf in gehobene Positionen nicht möglich. „Ich habe es nur bis zum Oberfeuerwehrmann gebracht“, sagt er. Bei den Einsätzen habe er meistens die Nachhut gebildet oder beim Aufräumen geholfen.

Obwohl schon Joachim Klösers Vater bei der Feuerwehr war, kam der Anstoß, selbst dort mitzumachen, eher nicht von ihm. Bei einem Gaststättenbesuch im Jahr 1957 hatten ihn die Kameraden angeworben. Das ist nun tatsächlich schon sechs Jahrzehnte her. Nach den vielen Jahren des aktiven Dienstes, ist Joachim Klöser nun seit etwa 15 Jahren Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung. In der Zeit nach der Wende engagierte er sich besonders in der Handdruckspritzenmannschaft von Obercunewalde. Das historische Löschgerät stammt von 1882 und war von Anfang an dafür ausgelegt, von Menschen und nicht von Pferden gezogen zu werden. Da sich Joachim Klöser aber gesundheitlich nicht mehr so fit fühlt, hat er sich von der aktiven Mitarbeit bei dem Handdruckspritzen-Team zurückgezogen.

„Da ich nachtblind bin, habe ich mittlerweile auch mein Auto verkauft“, sagt der 81-Jährige. Deshalb ist er froh, wenn er von den Kameraden zu den Zusammenkünften der Ortswehr abgeholt und wieder nach Hause gebracht wird. Nach wie vor lässt er es sich aber nicht nehmen, den Fußballern der SG Motor Cunewalde bei ihren Heimspielen die Daumen zu drücken, auch wenn er dazu einen Vier-Kilometer-Fußmarsch auf sich nehmen muss. „Früher bin ich auch zu den Auswärtsspielen gefahren“, sagt er. Das Wandern tut dem Rentner jedenfalls gut. Wenn das Wetter es zulässt, ist Joachim Klöser fast jeden Tag draußen unterwegs. „Fünf bis sechs Kilometer kommen da schon jedes Mal zusammen“, sagt er. Und um sein Umgebindehaus und den Garten drumherum muss er sich ja auch kümmern, auch wenn es ihm zunehmend schwerfällt. „Ich kann mich nicht mehr lange bücken“, sagt er. Gut, dass ihn seine Nichte bei der Arbeit an Haus und Garten unterstützt. Eigene Kinder hat der Cunewalder nicht.

Gelernt hat Joachim Klöser ursprünglich in einer ortsansässigen Weberei in Cunewalde. Da es dort aber nicht so gut zu verdienen gab, sattelte er um und fing beim Fortschritt-Kombinat in Singwitz an. Zunächst war er Transportarbeiter, später qualifizierte er sich zum Kran- und Gabelstaplerfahrer weiter. Bis zur Rente war Joachim Klöser ununterbrochen 35 Jahre lang in dem Landmaschinen-Betrieb beschäftigt – eine berufliche Laufbahn, die so heute kaum einer mehr vorzuweisen hat.