SZ +
Merken

Ein Medley für die Gratulantenschar

Am heutigen Sonnabend feiert Oybins Ehrenbürger Hans Kühn seinen 95. Geburtstag. Der Musiker, Komponist, Alleinunterhalter und Mundartkünstler hat unzählige Urlauber begeistert und ist weit über die Grenzen des Zittauer Gebirges hinaus bekannt.

Teilen
Folgen

Von Kerstin Eiselt

Hans Kühn gibt sich ganz privat. Zwar sitzt er noch täglich an seinem Flügel im Oybiner Haus und wird auch am heutigen Sonnabend die rund 200 Gäste musikalisch unterhalten, doch Kühn sagt auch: „Ich genieße jetzt den Ruhestand.“

Dabei können sich viele noch an seine letzten großen Auftritte erinnern. So jubelten ihm die Besucher bei der Sächsischen Landesgartenschau 2001 in Zittau zu. Zu seiner Überraschung erschienen gleich mehrere Ehepaare. Auf deren Hochzeiten hatte er nach dem Kriege den Hochzeitsbitter gegeben, insgesamt waren es damals 300 solcher Auftritte. Die Erinnerungen an den Oktober 2000 sind ebenfalls noch sehr lebendig: Da drängte sich das 14-köpfige Team um Günter Emmerlich für eine Folge von „Zauberhafte Heimat“ in seiner, doch eher recht kleinen Wohnung, die zu diesem Zweck halb leer geräumt werden musste.

Als Reaktion auf diese Sendung erreichten Hans Kühn zahlreiche Briefe von ehemaligen Oybinern, einige kamen sogar aus Spanien und dem Irak.

Dass er heute seinen Ruhestand in dem Kurort verlebt, hat er sich verdient: Hans Kühns Erfolge fingen schon früh an. Zusammen mit seiner Zwillingsschwester sang er auf Schulfesten, und mit Bruder Willi untermalten sie mit ihrer Musik die Stummfilme in verschiedenen Lichtspieltheatern. Musik blieb für den gelernten Textilkaufmann auch später seine große Leidenschaft. So arbeitete er als Hochzeitsbitter und trat als Alleinunterhalter auf. Zudem gründete Kühn die „Oberlausitzer Bergschrammeln“ und führte 20 Jahre den Vorsitz des von ihm gegründeten Dorfclubs.

1952 begann eine besondere Erfolgsserie. Das Lied „Das kleine Echo“ brachte ihm in der „Schlagerlotterie“ einen ersten Preis ein. Gleich darauf folgt das „Bimmelboahnllied“ – sein bis heute bekanntestes Werk.

Seine Musik trug nicht unwesentlich dazu bei, das Zittauer Gebirge und die Oberlausitz bekannt zu machen. Oybins Gemeinderat ernannte ihn deshalb im Januar 2002 zum Ehrenbürger – die Entscheidung fiel einstimmig.

Für seine Gratulantenschar am heutigen Ehrentage hat er sich auch etwas Besonderes ausgedacht: Seine schönsten Lieder verarbeitete Kühn zu einem 20-minütigen Medley. Von Hirschfelde aus – dem Geburtsort von Hans Kühn – geht es mit dem „Gruß an Zittau“ und der „Bimmelboahn“ hinaus ins Gebirge. Wo sein letzter Auftritt enden wird.