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Döbeln

Ein Monster für die Helfer

Das Technische Hilfswerk hat einen neuen Radlader bekommen. Der ist vorerst aber nur begrenzt einsetzbar.

Die Verwaltungsbeauftragte des Ortsverbandes Döbeln des Technischen Hilfswerkes Marina Köhler (links) und der Ortsbeauftragte Christian Winkler demonstrieren die riesigen Dimensionen des neuen Radladers.
Die Verwaltungsbeauftragte des Ortsverbandes Döbeln des Technischen Hilfswerkes Marina Köhler (links) und der Ortsbeauftragte Christian Winkler demonstrieren die riesigen Dimensionen des neuen Radladers. © Dietmar Thomas

Döbeln. Zwischen dem Dach des Radladers und dem der Garage sind nur wenige Zentimeter Platz. Und die ist immerhin 3,40 Meter hoch. Die Dimensionen des Caterpillar 926 M sind gewaltig.

Es gebe eine Strukturreform beim Technischen Hilfswerk (THW). In Folge dieser werde die Fachgruppe Räumen mit neuer Technik ausgestattet, erklärt der Ortsbeauftragte Döbeln des THW Christian Winkler. 

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Bundesweit werden die 14-Tonner derzeit ausgeliefert. „Damit wird die Austauschbarkeit der Fahrer verbessert“, so Winkler. Das heißt, wenn das Döbelner THW eine andere Ortsgruppe bei einem Einsatz unterstützt, muss sie nicht mit ihrem eigenen Gerät dorthin, sondern schickt nur den Fahrer. Die werden deutschlandweit gleich ausgebildet.

In der vergangenen Woche haben die Döbelner den Radlader in Köln abgeholt. Dort war er in einer Firma blau lackiert sowie mit Blaulicht, Funkgerät und Atmeschutzhalterung ausgestattet worden. Gebaut wurde das Gerät in New Jersey. Allerdings mit einer gelben Lackierung.

„Sollte der Radlader schon in den USA die blaue Farbe erhalten, würde die Lieferzeit zwei bis drei Jahre betragen“, so der Döbelner Ortsbeauftragte. Deshalb werde das Gerät per Schiff nach Deutschland gebracht und erhalte hier seine typische Ausstattung. Insgesamt gibt das Bundesinnenministerium für einen dieser Radlader rund 235 000 Euro aus.

Der Neue soll künftig seinen 30 Jahre alten Vorgänger ablösen. Im Moment ist das aber noch nicht möglich. „Denn wir können den neuen Radlader nicht mit dem alten Tieflader transportieren“, begründet Winkler. Er hofft noch in diesem Jahr auf einen neuen Tieflader. 

Bis der zur Verfügung steht, wird der alte Radlader genutzt, wenn das ein Einsatz außerhalb des Altkreises Döbeln nötig macht. Innerhalb der Region könne das neue Gerät selbst zu Einsatzorten fahren „oder wir müssen auf eine zivile Spedition zurückgreifen.“ Insgesamt besteht der Fuhrpark des Döbelner THW jetzt aus vier Lastern, drei Transportern, zwei Radladern und drei Anhängern.

Die ersten Ausbildungsstunden haben die Döbelner bereits auf dem neuen Radlader absolviert. Denn zwischen dem alten und dem neuen Gerät „liegen Welten“, meint Winkler. Zwei Fahrer dürfen den Neuen bereits bedienen. Ein Dritter soll noch hinzukommen. „Dafür gibt es Anfang Mai einen Pilotlehrgang für Baumaschinenführer des THW im Technischen Ausbildungszentrum Sachsen in Burkau bei Bautzen“, so Winkler. Das sei eine Besonderheit. Denn normalerweise erfolgen alle Weiterbildungen in Hoya bei Bremen.

Den Lehrgang in Sachsen hat der Döbelner Ortsverband initiiert. „Es besteht ein starker Ausbildungsbedarf. Den kann die Schule in Hoya nicht abdecken.“ Deshalb übernehmen Christian Winkler und Marek Zill, Gruppenleiter beim THW Döbeln, nun als Ausbilder den Lehrgang in Burkau und bringen dorthin auch gleich noch einen Tieflader mit Kipper, Anbaugerät und Werkzeug mit.

Spezialgerät fehlt noch

Der neue Radlader ist bereits mit Schaufel und Palettengabel ausgestattet. Aber eine Schaufel mit Niederhalter, die vor allem bei Strohballenbränden gebraucht wird, fehlt. Die hofft der Ortsverband durch Spenden über den Helferverein noch anschaffen zu können. Das Zusatzgerät kostet 11 000 Euro.

Der THW-Ortsverband Döbeln hat zurzeit 34 Mitglieder, davon sind zehn Junghelfer. Weitere Unterstützung ist willkommen, von Menschen fast jeden Alters. „Wir brauchen nicht nur Einsatzhelfer, sondern auch Mitstreiter im Innendienst“, so Winkler. Er will all jene ansprechen, die anderen helfen möchten. Sie müssen sich aber auch unterordnen können, um gut im Team zusammenzuarbeiten. Diese gute Zusammenarbeit entwickle sich auch gerade mit der Döbelner Feuerwehr.

Die Zahl der Einsätze des THW ist so unterschiedlich wie die Gebiete, auf denen die Hilfe benötigt wird. Das verdeutlichen die drei Einsätze, die es in diesem Jahr bereits gab. Das waren die Unterstützung der Kriminalpolizei bei der Räumung einer Drogenplantage in Noschkowitz, Das Abstützen eines Hausanbaues, in den ein Fahrzeug in Mittweida gefahren war, und die Unterstützung des THW Freiberg in Wechselburg nach einem Sturm.