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Ein Netzwerk auf Seenland-Tour

Triathlon-Profi Markus Thomschke hatte zur 3. Sponsoren-Rennradausfahrt geladen. Die Gruppe wächst und wächst.

© PR

Von Frank Oehl

Markus Thomschke ist ein Botschafter der Region. Zum dritten Mal hatte er am Wochenende zur Sponsoren-Radausfahrt geladen – und die Gruppe wächst und wächst. Und dabei war das vergangene Jahr rein sportlich gesehen für Markus und sein Team eher mäßig gelaufen. Vor einem Jahr musste er die Ironman-WM verletzungsbedingt aufgeben, und auch der Neustart auf die Langdistanz vor reichlich einer Woche endete für den 33-Jährigen etwas enttäuschend. Markus gab erkältet und auch ziemlich entkräftet das extrem schwere Rennen in Wales auf (die SZ berichtete). Seiner Popularität in der Region tut das aber keinerlei Abbruch, und das ist irgendwie auch das Besondere der Geschichte.

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Die Idee funktioniert

Manager Ingo Gabriel: „2015 haben wir die Radausfahrt für Führungskräfte und Unternehmer, genauso wie für unsere Freunde und Familie, ins Leben gerufen.“ Die Idee war einleuchtend, aber würde sie auch funktionieren? „Wir wollten ein Netzwerk entwickeln – und zwar auf dem Rennrad.“ Bei manchen Trainingsausfahrten in der Lausitz und bei vielen Gesprächen habe man nämlich einen „gemeinsamen Nenner“ ausgemacht. „Es geht darum, Aktivität und Heimatgefühl miteinander zu kombinieren. Und was verbindet und begeistert dabei mehr, als der Sport?“ Von der Resonanz am Sonnabend auf die Einladung zur gemeinsamen Ausfahrt ins Seenland war aber auch Ingo Gabriel echt überrascht. Genau 37 Rennräder bewegten sich von der gastgebenden Yados GmbH im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet aus in Richtung Lausitzer Seenland – wohlgemerkt im lockeren 25er Stundenkilometerschnitt. Denn das Wichtigste an einem Netzwerk ist in der Tat, dass man Luft hat, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dazu gab es in Richtung Rostiger Nagel jede Menge Gelegenheit. Die bekannte Landmarke im Brandenburgischen ist fast ausschließlich über gut ausgebaute Radwege zu erreichen. Darüber freut sich auch Torsten Pfuhl, der gleich in Doppelfunktion im radelnden Netzwerk aktiv ist – als Präsident des Kreissportbundes Bautzen (KSB) und Vorstandschef der Ewag Kamenz. „Wir wollen als KSB den Triathlonsport im Landkreis weiter voranbringen – gerade mit Blick auf die touristische Erschließung des Seenlandes.“ Das ist einleuchtend: Schwimmen, Radfahren und Laufen – dieser Dreiklang ist dafür jenseits vom doch aufwendigeren Bootssport durchaus die Basis. „Deshalb wollen wir zum Beispiel auch eine Triathlon-Wettkampfserie für Kinder aus der Taufe heben. Mal sehen, ob uns das gelingt.“ Und Torsten Pfuhl bekräftigte, dass die Ewag Kamenz am Sponsoring für den Leistungssportler Markus Thomschke unbedingt festhalten werde. „Wie schon der Bautzner Maik Petzold steht Markus für eine Region, die Image-Werbung braucht und vor allem auch verdient hat.“

Dies sieht auch Olaf Besser so, der gemeinsam mit Geschäftsführer Jörg Wolf die Geschicke der Yados GmbH lenkt. Die Firma gehört mit derzeit 190 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 30 Millionen Euro zu den führenden Unternehmen im Bereich der Nah- und Fernwärmetechnik in ganz Europa. Und wie lautet das Motto der Firma? „Energie mit Zukunft – und da passt einer wie Markus perfekt in unser Image.“ Auch die Yados als einer der größeren Sponsoren unterstützt den Triathleten aus Friedersdorf nicht nur wegen seines weltweiten Auftretens. „Es ist das ganze Umfeld, das ganze Team, das auch unsere Firmenphilosophie sehr gut mitträgt.“ Gemeint sind Professionalität und Qualität – die langfristiges, nachhaltiges Handeln voraussetzen.

Nebeneffekte erwünscht

Und dass Ewag und Yados sogar an gemeinsamen Projekten beteiligt sind, gehört womöglich zu den Nebeneffekten eines gut funktionierenden Netzwerkes, ob es nun radelt oder nicht. Für das 300 kW-Blockheizkraftwerk in Pulsnitz, das die Ewag derzeit errichtet, liefert der Hoyerswerdaer Energieanlagenbauer die Generatoren. Und wie man hört, könnten von dieser Kooperation bald auch zwei Blockheizkraftwerke in Kamenz profitieren ...