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Ein neuer Helfer für ambulante Sterbebegleitung

Der „Freundeskreis stationäres Hospiz Räckelwitz“ hat sich ein anderes Vereinsziel gegeben. Ohne das erste wegzulegen.

© Symbolfoto: dpa/Sebastian Willnow

Von Frank Oehl

Räckelwitz. Vor 15 Monaten gründete sich ein neuer Verein. Der „Freundeskreis stationäres Hospiz Räckelwitz“ war unter dem Vorsitz von Dr. Rainer Kluge angetreten, eine Betreuungslücke zu schließen. „Wir brauchen dringend ein Hospiz im Landkreis Bautzen“, hieß es. Bis dato gibt es in Ostsachsen nur zwei Herbergen für die Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase – in Herrnhut und Radebeul. Und die schon sehr konkreten Pläne des St. Jospeh-Stiftes in Dresden. Allerdings hatte die Vereinsgründung in Räckelwitz mit ihrem Vorstoß auch andere bestärkt, in diese Richtung voranzugehen. Zum Beispiel in Bischofswerda. Hier unterstützt die Stadt nun die Christliche Hospiz Ostsachsen gGmbH, einen Ableger der Diakonie, in dem Vorhaben, die historische Fronfeste zu einem Hospiz umzubauen. Insgesamt sollen knapp fünf Millionen Euro verbaut und zwölf Plätze für sterbenskranke Menschen im dann rekonstruierten Komplex geschaffen werden. „Das Projekt ist offenbar schon weit vorangeschritten. Damit ist klar, dass unser eigentliches Vereinsziel zunächst hintangestellt werden muss.“ Sogar die Auflösung des gerade erst aus der Taufe gehobenen Vereines wurde diskutiert.

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So weit ist es nicht gekommen, auch, weil die Hospizbewegung nach wie vor ein drängendes Bedürfnis der Menschen nach einem würdevollen Sterben zum Ausdruck bringt, wie es heißt. Dr. Kluge: „Wir haben uns jetzt ein neues Vereinsziel gegeben. Wir wollen jetzt die ambulanten Hospizdienste im Landkreis aktiv unterstützen.“ Davon gibt es derzeit drei – von freien Trägern der Wohlfahrtshilfe betrieben. Die Caritas ist in Kamenz zugange, die Diakonie in Bautzen und die Malteser sind es in Hoyerswerda. Regina Klaus vom Vereinsvorstand: „Wir werden in den nächsten Tagen Kontakt mit allen dreien nehmen, um zu erkunden, welcher konkrete Unterstützungsbedarf gegeben ist.“ Und, wie die derzeit 25 Vereinsmitglieder dabei wirksam werden können. Gleichzeitig bleibt der Freundeskreis gewissermaßen in Bereitschaft. „Wir werden weiter die Lage im Landkreis beobachten und sehen, ob nicht doch noch ein zweites stationäres Projekt gebraucht wird.“ Nur jetzt in eine „Konkurrenzsituation“ zu gehen, dies habe man unbedingt vermeiden wollen. Eines habe sich allerdings gezeigt: Der Bedarf nach einem Hospiz hängt stark von der Wohnortnähe ab. Das hieße zum Beispiel: Für Kamenzer wäre eine Station in Räckelwitz durchaus noch immer eine Option ...