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Ein neuer Plan für Spitzensport im Osterzgebirge

Das Landratsamt will Sportstätten am Gymnasium konzentrieren. Altenberg ist skeptisch.

Von Mandy Schaks

Fast genau vor einem Jahr haben sich hochrangige Herren aus Politik und Sport für eine in Sachsen einmalige Lösung verabredet. „Acht Männer für Altenberg“ titelte damals die Sächsische Zeitung. Sie hatten am 3. Dezember im Innenministerium in Dresden eine Absichtserklärung unterzeichnet und sich dazu bekannt, die Sportstätten im Osterzgebirge zu sanieren und auf Weltniveau zu bringen. Neudeutsch heißt das Letter of intent. Ein Jahr später fühlt sich aber einer im Klub der großen Acht nicht mehr wohl.

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Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) sieht den Letter of intent verletzt. Denn es liegt ein neues Konzept auf dem Tisch, das unter Federführung des Landratsamtes erarbeitet wurde. Die Protagonisten favorisieren nun statt einer dezentralen Lösung für die Altenberger Sportstätten ein kompaktes, zentrales Paket am Standort des Gymnasiums. Kirsten wäre glücklich, wenn das funktionieren würde. Nur bezweifelt er, ob das finanziell umsetzbar ist und nicht am Ende die Zeit davon rennt und gar nichts daraus wird. Landrat Michael Geisler (CDU) indes kann diese Sorgen nicht nachvollziehen. Er räumt zwar ein, dass sich in einzelnen Punkten etwas an der einst geschlossenen Absichtserklärung verändert hat, „aber nicht vom Grundsatz her“. Es gehe nach wie vor darum, den Sport in Altenberg zu erhalten und weiter zu stärken. Am Ziel habe sich nichts geändert, nur der Weg dahin.

Denn je genauer die Fachleute sich das Projekt anguckten, umso mehr schwante ihnen: Das wird zu teuer, das kriegen sie möglicherweise so nicht durch. Geplant war, am Gymnasium in Altenberg, an dem bereits eine rund fünf Millionen Euro teure Drei-Feld-Turnhalle entsteht, noch ein Ski- und Mountainbike-Zentrum zu errichten. Der jetzige Sportstättenkomplex an der Dresdner Straße sollte in einem weiteren Schritt zu einem Kufensport-Zentrum umgebaut werden. Am Ende stand hinter den beiden Bauvorhaben eine Summe von rund zehn Millionen Euro.

„Das ist viel zu viel Geld“, sagt Kati Hille, Beigeordnete im Landratsamt. „Wir fragten uns dann: Geht das nicht billiger?“ Sie redeten noch einmal mit Sportverbänden, zogen Bundestrainer hinzu und kamen mit dem Planungsbüro zum Schluss: Es ist machbar, wenn auch städtebaulich eine Herausforderung. Bislang war man davon ausgegangen, dass Rennrodler und Bobsportler jeweils eine Anschubstrecke zum Training brauchen wie jetzt im Sportstättenkomplex. Deshalb wurde ursprünglich an zwei Standorten festgehalten. In Gesprächen stellte sich heraus, dass eine solche Strecke reicht. Wenn es gelingt, diese an der Schule oberhalb vom Internat mit unterzubringen, so könnten dort Sportstätten konzentriert werden. Zusätzlicher Vorteil: Funktionsräume und Anlagen wie fürs Krafttraining, die bei einer dezentralen Lösung an zwei Standorten da sein müssen, würden dann nur noch einmal gebraucht. Das drückt die Kosten laut Landratsamt auf knapp sieben Millionen Euro. „Der Neubau ist wirtschaftlicher als die Sanierung am Standort Dresdner Straße“, sagt Kati Hille.

Ihr ist klar, dass für den Sportkomplex dann eine Lösung gefunden werden muss, damit keine Ruinen zurückbleiben. Sollte es zu dem Gesamtpaket am Gymnasium kommen, könnte sich der Landkreis durchaus vorstellen, das Sportinternat von der Stadt mit zu übernehmen. Vorausgesetzt, so Kati Hille, es liege eine klare Kostenrechnung auf dem Tisch. Und: Diese Variante ist in der Region gewollt.