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Ein neuer Stillstand ist unvorstellbar

Ein zweiter Lockdown wäre eine Katastrophe für die Wirtschaft: darum sind jetzt Rücksichtnahme und Verzicht gefragt. Ein Kommentar.

Nora Miethke ist Redakteurin im Wirtschaftsressort der Sächsischen Zeitung.
Nora Miethke ist Redakteurin im Wirtschaftsressort der Sächsischen Zeitung. © Peter Kneffel/dpa/SZ

Das ist schon eine merkwürdige konjunkturelle Entwicklung, die Deutschland derzeit durchläuft. Der schwerste Wirtschaftseinbruch in der Nachkriegsgeschichte dauerte kaum drei Monate. Und die wirtschaftliche Erholung geht offenbar noch schneller, wenn man dem Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts glaubt. Es ist den vierten Monat infolge wieder kräftig gestiegen.

Man kann der deutschen Antikrisenpolitik ein gutes Zeugnis ausstellen, sowohl was die Bewältigung der Pandemie betrifft als auch des wirtschaftlichen Schadens. Doch geht das so gut weiter? Die steigenden Infektionszahlen lassen Politiker wieder über verschärfte Schutzmaßnahmen wie Reisewarnungen, begrenzte Personenzahl für Familienfeiern oder eine Maskenpflicht nachdenken. Ein zweiter Lockdown wäre eine Katastrophe für die Wirtschaft. Eine Reihe von Firmen, die in der jetzigen Erholungsphase noch überlebt haben, würden Pleite gehen, Massenarbeitslosigkeit die Folge. Die Coronabetroffenheit in der sächsischen Industrie ist nach wie vor hoch.

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Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt zeigen, welch tiefe Spuren der Einbruch auch in den öffentlichen Finanzen hinterlassen hat. Die Steuereinnahmen schrumpfen, die Staatsausgaben steigen. Die Corona-Hilfen der Bundesregierung addieren sich auf 353 Milliarden Euro, plus Staatsgarantien in Höhe von 820 Milliarden Euro. Noch so ein Kassenzettel ist unvorstellbar. Deshalb ist Rücksichtnahme und Verzicht gefragt, von uns allen.

So berichten wir über die Corona-Krise:

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