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Ein neues Gesicht auf der Waldbühne

Der Liebe wegen zog Christian Teiwes von Niedersachsen nach Sachsen. In Sohland pflegt er nun auch ein neues Hobby.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Sohland. Theodosius, der Magier, ist ein wenig zerstreut. Mal tritt er ohne Hosen vor seinen Landgrafen, ein anderes Mal ohne Schuhe. Sogar mit einem Eimer an den Füßen kommt er auf die Bühne gehumpelt. Den Zuschauern der neuen Komödie „Hilfe, mein Landsknecht twittert“ bereiten die Auftritte des tollpatschigen Magiers viel Spaß. Das wiederum freut seinen Darsteller Christian Teiwes. Der großgewachsene junge Mann mit dem markanten roten Bart ist ein Neuling auf der Waldbühne Sohland. Schon in der vorigen Saison hatte er Interesse bekundet, bei der Spielgemeinschaft Schirgiswalde mitzumischen. Jedoch kam der Plan damals noch nicht zur Ausführung. Am Biertisch während des diesjährigen Faschings machte der 36-Jährige dann zusammen mit Autor und Regisseur Andreas Trepte Nägel mit Köpfen.

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Bei der Premiere sei er noch ein wenig aufgeregt gewesen, mittlerweile habe sich das Lampenfieber aber gelegt, sagt der Laiendarsteller. Vor vielen Menschen aufzutreten sei für ihn nicht ganz ungewohnt. Denn er habe in seiner Zeit bei der Bundeswehr Soldaten Unterricht erteilt.

Bevor sich Christian Teiwes in Schirgiswalde ansiedelte, war er beruflich beinahe quer durch die ganze Bundesrepublik unterwegs. Geboren und aufgewachsen in Holzminden im Weserbergland, absolvierte er zunächst eine Berufsausbildung als IT-Systemkaufmann. An den Wehrdienst bei der Bundeswehr hängte er dann noch zwölf Jahre bei der Luftwaffe dran. Zuletzt war er in Brandenburg stationiert.

Schließlich sattelte Christian Teiwes um und absolvierte in Berlin eine Ausbildung zum Rettungsassistenten. Da für das notwendige praktische Jahr keine Plätze in Berlin oder Brandenburg vorhanden waren, verschlug es ihn nach Sachsen, wo er seine große Liebe fand, deretwegen er schließlich nach Schirgiswalde zog.

Zwölfstundenschichten in der Rettungswache

Die Lebensgefährtin ist Krankenschwester in der Notfallaufnahme des Bautzener Krankenhauses. Die gleiche berufliche Ausrichtung verbindet das Paar. „Ich bin meiner Freundin sehr dankbar, dass sie so viel Verständnis für mein neues Hobby, die Schauspielerei, aufbringt“, sagt Teiwes. Schließlich hat er in der Rettungswache Kirschau Zwölfstundenschichten zu schieben. Dann kamen in der Vorbereitungszeit auch noch die Proben auf der Waldbühne hinzu. Da blieb nicht mehr viel Zeit für die Familie, zu der auch ein vier Monate altes Baby gehört. Deshalb nutzt Christian Teiwes jede freie Minute, um mit Freundin und Söhnchen zusammen zu sein. Andererseits sei es natürlich auch schön, wenn auf der Waldbühne „die Hütte voll“ ist. Dank des schönen Wetters konnten sich die Darsteller der Spielgemeinschaft in den letzten Wochen nicht über mangelnden Zuspruch beklagen.

Christian Teiwes würde gerne auch in der nächsten Saison wieder mit von der Partie sein. Und auch für das Stück, das die Schirgiswalder Laienspieler den Winter über in Sälen aufführen, stehe er gerne zur Verfügung. Mittlerweile fühlt sich der Niedersachse auch in Sachsen sehr wohl. Die Landschaft hier sei der in seiner Heimat, dem Weserbergland sehr ähnlich. Und auch mit dem hiesigen Menschenschlag komme er prima klar.

Die nächsten Aufführungen der Komödie „Hilfe, mein Landsknecht twittert“ finden am kommenden Wochenende sowie am 11. und 12. August statt. Beginn ist jeweils sonnabends um 19.30 Uhr und sonntags um 15 Uhr.

Eintritt: sechs Euro, für Kinder bis 14 Jahre drei Euro