merken
PLUS Riesa

Ein neues Kraftwerk mitten in der Stadt

Dicht am Krankenhaus-Kreisel bauen die Stadtwerke eine unscheinbare Anlage, die es in sich hat.

Bald geschafft: Steffen Krechlak (li.) und Ralf Kretzschmar von den Stadtwerken Riesa sind für den Bau des neuen Blockheizkraftwerks an der August-Bebel-Straße verantwortlich. Rechts im Hintergrund ist das Landratsamt Heinestraße zu erkennen.
Bald geschafft: Steffen Krechlak (li.) und Ralf Kretzschmar von den Stadtwerken Riesa sind für den Bau des neuen Blockheizkraftwerks an der August-Bebel-Straße verantwortlich. Rechts im Hintergrund ist das Landratsamt Heinestraße zu erkennen. © Andreas Weihs

Riesa. Die Gebäude sind nicht viel größer als eine Garagenzeile. Aber es steckt Energie drin. Viel Energie. Für rund eine Million Euro lassen die Stadtwerke Riesa dort derzeit ein zweites Blockheizkraftwerk (BHKW) errichten. Dort wird Erdgas per Kraft-Wärme-Kopplung nicht nur in Wärme, sondern auch in Strom verwandelt. Das gilt als umweltfreundlich und effizient. 

„Rings um den Standort wurde gebaut, sodass Neubauten ans Fernwärmenetz kamen, außerdem haben Bestandskunden ausgebaut“, sagt Stadtwerke-Mann Steffen Krechlak, der die Abteilung Wärme- und Stromerzeugung leitet.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Das Krankenhaus hat sich massiv erweitert, mit dem Azurit-Haus ist ein neues Altenheim in Sichtweite entstanden – da wird deutlich mehr Fernwärme gefragt. Die hat für Bauherren den Vorteil, dass sie durch ihre Einstufung als umweltfreundlich Punkte bei den Energieeinsparungs-Vorschriften bringt. 

Wer mit Fernwärme heizt, kann etwa bei den Dämmstoffen etwas sparen. Zu den Abnehmern der Anlage gehören nicht nur zahlreiche Wohnhäuser und Senioreneinrichtungen, sondern auch Supermärkte der Umgebung.

Auf dem Areal an der Ecke August-Bebel-Straße/Dr.-Külz-Straße steht bereits ein Blockheizkraftwerk. Bis zum Herbst wird sein neuer Nachbar installiert. Der soll rund 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom und mehr als zwei Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr erzeugen und damit den Bereich zwischen der Heinrich-Heine-Straße und der Straße der Freundschaft sowie dem Mergendorfer Weg mit Energie versorgen.

Am 23. Juli wurde die Hülle des neuen Kraftwerks aufgebaut.
Am 23. Juli wurde die Hülle des neuen Kraftwerks aufgebaut. © Stadtwerke Riesa
Am 30. Juli schwebte das eigentliche Kraftwerk an der Bebelstraße ein.
Am 30. Juli schwebte das eigentliche Kraftwerk an der Bebelstraße ein. © Stadtwerke Riesa
Mittlerweile ist die Technik installiert.
Mittlerweile ist die Technik installiert. © Stadtwerke Riesa

Im Juli hatten die Stadtwerke die Fundamente für das neue BHKW, für einen Wärmespeicher und eine Trafostation errichten lassen. Spannend war es in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli geworden: Da kam auf drei Teile verteilt die Betonzelle für das neue Gebäude per Schwertransport. Am Folgetag wurde die Hülle für das Blockheizkraftwerk montiert. Eine Woche später wurde das Herz der Anlage – das eigentliche Kraftwerk – angeliefert und eingebaut. Anschließend ging es an den Aufbau des Lüftungs- und Abgassystems.

Außerdem ist bereits eine neue Trafostation entstanden. Sie misst den in der Anlage erzeugten Strom und speist ihn in das Mittelspannungsnetz der Stadtwerke ein. Vom ebenfalls geplanten neuen Wärmespeicher ist bislang allerdings nur ein Fundament zu sehen: Darauf wird sich künftig ein neun Meter hoher Zylinder erheben. Er fasst 50 Kubikmeter Heizwasser und kann Schwankungen im Wärmeverbrauch ausgleichen.

Das erste BHKW am Standort war bereits 2009 errichtet und 2015 modernisiert worden. Die Kesselanlage stammt aus dem Jahr 1995. Das neue BHKW soll nun im Herbst in Betrieb genommen werden. Das wird dann aus technischen Gründen voraussichtlich eine zweitägige Abschaltung der Anlage erfordern.

Die Anlagen-Spezialisten bei den Stadtwerken müssen derzeit unter Hochdruck arbeiten: Denn zeitlich parallel zum Neubau an der August-Bebel-Straße wird auch am deutlich größeren Heizkraftwerk Merzdorf gebaut. Das bleibt bis in das nächste Jahr hinein Baustelle. Die Stadtwerke lassen den Standort zwischen Hafengelände und Teigwaren für mehrere Millionen Euro sanieren.

Dabei wird auch die knapp 25 Jahre alte Turbine ausgetauscht. Ihr Nachfolger kommt aus England und soll um den Jahreswechsel in Betrieb gehen. Für die Übergangszeit installieren die Stadtwerke zwei angemietete Kessel. Insgesamt erzeugen die Stadtwerke derzeit in fünf Heizkraftwerken per Kraft-Wärme-Kopplung Wärme und Strom, der ins Stadtnetz eingespeist wird.

Mehr zum Thema Riesa