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Dresden

Ein neues Restaurant für die Johannstadt

Seit Anfang des Jahres wird gebaut. Die neue Gastwirtin Laura Girke will Grundlegendes verändern.

So soll das neue Restaurant in der Johannstadt aussehen.
So soll das neue Restaurant in der Johannstadt aussehen. © Visualisierung: Linear-Architekten Dresden

Von Jonas Lauschke

Jahrelang stand die Gaststätte „Johannstädter“ am Käthe-Kollwitz-Ufer leer. Jetzt ist das Gebäude eine Großbaustelle. Denn ab dem nächsten Jahr will die Dresdner Gastronomin Laura Girke hier wieder Besucher empfangen. Derzeit wird dafür kräftig gebaut und renoviert. Genau wie das Haus ist auch die 38-jährige Wirtin kein Neuling in Dresden. Seit 2011 führt sie das Restaurant Zeitlos im Militärhistorischen Museum und suchte schon lange einen Platz für ein zweites Lokal.

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Für das Haus an der Elbe hat die Gastronomin sich aber vor allem wegen des Elbblicks entschieden. Das Gebäude hat jedoch nicht nur eine schöne Aussicht auf das Ufer, sondern auch eine lange Geschichte zu bieten. Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, wurde es schon ganz verschieden genutzt. In der Mitte der 1920er-Jahre war es ein Teil des Dresdner Elbflughafens. Von dort starteten ab 1925 Wasserflugzeuge entlang der Elbe über Magdeburg nach Altona – zumindest bis 1926 der Flughafen auf dem Heller eröffnet wurde. Danach beherbergte das Gebäude die Gaststätte „Johannstädter“ in der oberen und einen Fußballverein in der unteren Etage. Dann kaufte der Unternehmer Gerd Göbelbecker das Grundstück von einer Stuttgarter Firma. Er hatte von Anfang an den Wunsch, wieder ein Restaurant an die Elbe zu bringen. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Deshalb entschied sich der Investor, das ehemalige Flughafengebäude für zwei Millionen Euro in einen modernen Flachbau umzugestalten. Außerdem hat er vor, sein neues Büro im Obergeschoss einzurichten. „Das Gebäude wird, wenn es fertig ist, nichts mehr mit dem alten zu tun haben“, sagt Gastronomin Girke. „Die Arbeiten laufen seit Anfang des Jahres ohne Probleme oder Verzögerungen auf Hochtouren.“

Laura Girke, die neue Chefin des ehemaligen
„Johannstädters“ 
Laura Girke, die neue Chefin des ehemaligen „Johannstädters“  © René Meinig

Nachdem das Gebäudeinnere im Februar abgerissen wurde, waren der Rohbau und der Dachstuhl im Spätsommer fertig, am 21. August wurde Richtfest gefeiert. Jetzt folgen die nächsten Schritte. Momentan wird der Anbau des großen Balkons auf der unteren Etage vorbereitet. Danach werden nach und nach die Fenster und die Elektrik eingebaut.

Doch nicht alles wird anders sein. Ganz wie früher wird es einen großen Saal für etwa 100 Gäste geben. Aber der Balkon, die zweite Etage und die dazugehörige Terrasse sind neu. Dazu kommen noch einige Besonderheiten im Gebäude: eine Hochzeitssuite mit Bett und Badezimmer für Hochzeitspaare und eine große Spielecke sowie ein Ruheraum für Kinder. „Es ist schwierig, in Dresden entspannt essen zu gehen, wenn man Kinder dabei hat“, sagt die zweifache Mutter Girke.

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Aber im Vergleich zum alten „Johannstädter“ wird die Gäste nicht nur ein anderes Gebäude, sondern auch eine neue Speisekarte erwarten. Denn genau wie schon in ihrem ersten Restaurant, dem Zeitlos, hat die 38-Jährige vor, sogenanntes „Slow Food“ anzubieten. Das ist der Gegenentwurf zum Fast Food: Saisonale und regionale Zutaten, intensiverer Essgenuss. „Das ist ja auch spannend, dem Gast im Winter einen Salat ohne Gurke oder Tomate zu machen“, erklärt Laura Girke eine andere Seite des Konzepts. Die Bauarbeiten sind zwar noch lange nicht abgeschlossen, aber schon jetzt können Interessenten Plätze für die Zeit nach der Eröffnung im Johann reservieren. „Es läuft gut. Es melden sich auch Leute, die früher schon hier essen waren“, sagt sie. Die ersten Gäste will Gastronomin Girke zu Ostern begrüßen.

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