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Ein neues Zuhause für Ruderboote

Insgesamt eine Million Euro investiert der Ruderverein in den Neubau an der Tolkewitzer Straße. Die Bootshalle ist schon fertig.

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Von Sarah Reichelt

Der erste Schritt ist geschafft: Hellmuth Krieger, der stellvertretende Vorsitzende des Dresdner Rudervereins, läuft in großen Schritten um den modernen Neubau auf dem Vereinsgrundstück an der Tolkewitzer Straße herum und bewegt eine der drei großen Schiebetüren zur Seite. Zum Vorschein kommt eine Handvoll Boote, die ordentlich übereinander auf ihren Halterungen an den Wänden hängen.

„Endlich können wir unser neues Bootshaus benutzen“, sagt der 62-Jährige zufrieden. „Ich hatte gar nicht mehr daran geglaubt.“ Schon seit Jahren hat sich der Verein um ein neues Lager bemüht. Das alte Bootshaus aus Holz war bereits über 80 Jahre alt und in einem schlechten Zustand. Für 2012 kam dann die Zusage zur finanziellen Unterstützung durch die Stadt, und die alte Halle konnte im April abgerissen werden. In der Zeit des Neubaus mussten die Boote draußen oder in dem ehemaligen Wasserfahrtszentrum der Technischen Universität gelagert werden.

Nun ist in den drei Hallen genügend Platz für die rund 100 Boote des erfolgreichen, bereits 122 Jahre alten Rudervereins. Denn auch die vielen Kleinboote mit nur ein oder zwei Sitzen wollen untergebracht sein. Damit nicht für jede Bootshalterung ein neues Loch in die Wand gebohrt werden muss, wurden Schienen montiert. Die Halterung kann dann problemlos eingefädelt und mit einer Mutter fixiert werden. Das spare dazu noch Geld, sagt Hellmuth Krieger.

Im dritten Eingang verbergen sich aber nicht nur Boote. Hier können Besucher ein angestrengtes Schnaufen vernehmen. „Im hinteren Teil haben wir erst einmal provisorisch unseren Kraftbereich mit den Fitnessgeräten eingerichtet“, erläutert Hellmuth Krieger und schiebt den grünen Vorhang leicht zur Seite. Dahinter tritt Brigitte Hempel gerade in die Pedalen des Ergometers. Die 68-Jährige trainiert seit über 30 Jahren in dem Blasewitzer Verein. Ab Ende September kann sie ihre Übungen dann in dem Anbau der Bootshalle machen. Denn das ist das zweite große Projekt des Vereins.

Ab April 2013 soll neben dem Bootslager ein Sanitärgebäude entstehen. In das obere Stockwerk wird dann der Kraftraum einziehen. Der soll mit seinen 160 Quadratmetern doppelt so groß werden wie der alte. Auch einige Sportgeräte werden ausgetauscht.

Für das untere Stockwerk sind die sanitären Anlagen, darunter auch eine Behindertentoilette, ein Mehrzweckraum und ein Bereich für die Bootswerkstatt geplant. Die befindet sich derzeit noch in einem Container. Der Anbau wird rund 440 000 Euro kosten. Für die moderne Bootshalle waren rund 560 000 Euro fällig.