merken
PLUS

Ein Orden für 40 Jahre

Kreis und Freistaat dankten treuen Feuerwehrleuten. Auch ein Löbauer wurde für 40 Jahre Helfen geehrt.

© SZ Thomas Knorr

Von Andreas Herrmann

Vertrauenswürdige Arbeit und ein großes Einsatzspektrum – mit diesen Begriffen beschreibt Rainer Schniebs, warum er sich schon als junger Mann für die Feuerwehr begeistert hat. Der Löbauer, Jahrgang 1955, hatte es damals allerdings noch mit deutlich anderer Technik zu tun, als sie heute zur Verfügung steht. Einst war das neueste Fahrzeug der W-50-Laster, und sogar an dessen Vorgänger, den S 4000, kann er sich noch erinnern.

Anzeige
Dresdner Christstollen genießen
Dresdner Christstollen genießen

Kommen Sie in Weihnachtsstimmung mit hauseigenen Spezialitäten der Fürstenbäckerei Matzker!

© SZ Thomas Knorr

Diese Woche nun ist Schniebs mit mehreren Dutzend Kameraden für langjähriges Mittun bei der Feuerwehr geehrt worden. Landrat Bernd Lange (CDU) hat ihre Verdienste gewürdigt, und auch Kreisbrandmeister Peter Eichler betont, dass dieses freiwillige Engagement gar nicht hoch genug einzuschätzen wäre.

Die Bilanz von Rainer Schniebs zu seinen 40 Jahren Dienst erzählt er in einfachen Worten. „Ich bin mit der Feuerwehr groß geworden. Sie ist Teil meines Lebens und wird es bleiben“, sagt er. Als Hauptfeuerwehrmann will er auch weiter seinen Dienst auf dem Löschfahrzeug in Löbau versehen. Hier hätten sich aber auch andere eine besondere Anerkennung erworben, ist er überzeugt. Zusammen mit ihm sind es acht Leute, die sich bei einem Einsatz als Leute im Wassertrupp, im Schlauchtrupp, als Maschinist und Gruppenführer die Arbeit teilen. Seit Jahren sind sie ein eingespieltes Team, in dem jeder seine Handgriffe kennt. Als besonders schwierige Einsätze nennt Schniebs die jährlichen Waldbrände im Raum Weißwasser. Auch bei der Bekämpfung der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr in Dresden war er mit dabei. Besonders nahe gehen ihm immer wieder schwere Verkehrsunfälle, bei denen Menschen teilweise schlimm verletzt werden. Das habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Dennoch will er weiter mit Leidenschaft dabei bleiben. Privat lebt Rainer Schniebs zusammen mit seiner Frau in einem Einfamilienhaus in Löbau. Er arbeitet seit 1969 im Fachkrankenhaus Großschweidnitz und ist hier Patientenanleiter in der Gärtnerei. Wichtig ist für ihn deshalb auch, dass sein Arbeitgeber ihn im Bereitschaftsfall freistellen kann, damit die Tagesalarmbereitschaft sichergestellt ist.

Die Auszeichnungsveranstaltung am vergangenen Mittwoch war auch für Kreisbrandmeister Eichler ein gelungenes Ereignis. Mit Blick auf das Ehrenamt betonte er, dass die Kameraden faktisch an 365 Tagen im Jahr auf einen Einsatz warten, der durchaus auch Gefahren für Leib und Seele mit sich bringen könne. Leider gingen die Zahlen bei den Jugendfeuerwehren derzeit zurück.

Vielleicht auch gerade deshalb gab es am Mittwoch unter den Klängen der Berthelsdorfer Feuerwehrkapelle und einem guten Abendessen die Ehrungen für die Feuerwehrleute. Rund 100 waren gekommen. Einmal wurden Löbauer und Zittauer Kameraden, die nicht mehr im aktiven Dienst sind, vom Landesfeuerwehrverband Sachsen für langjährige Treue ausgezeichnet. Gleichzeitig erhielten Kameraden für 25-jährigen und 40-jährigen Dienst das Ehrenzeichen am Band – eine Auszeichnung des Freistaates Sachsen. Daneben gibt es wenig materielle Anerkennung für die Feuerwehrleute – von Geldprämien in Höhe von bis zu 300 Euro für 40-jährige Dienste einmal abgesehen. Manchmal, sagt Eichler, geben auch die Gemeinden für ihre Leute in den Ortsfeuerwehren etwas dazu. Daran sollten Bürgermeister und Gemeinderäte auch weiter denken.