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Ein Pavillon soll das Fährhaus ersetzen

Coswig. Der Neubau eines Fährhauses in Coswig ist umstritten. Nachdem die Vorschläge der Stadt durchfielen, gibt es eine vierte Variante.

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Von Torsten Oelsner

Weniger ist meistens mehr. Das dachte sich Architekt Christian Buck, der als Mitglied der Coswiger Bürgerliste gestern seinen Entwurf für eine Unterstellmöglichkeit an der Fähre in Kötitz präsentierte.

Von einem Fährhaus, wie es jetzt noch existiert, kann dabei keine Rede mehr sein. Sein Vorschlag ist ein Pavillon mit elf Metern Durchmesser und damit einer Grundfläche von rund 88 Quadratmetern. Dieses Bauwerk böte immerhin 80 bis 100 Menschen bei Regen eine Unterstellmöglichkeit.

Stadtvorschlag fiel durch

Hintergrund des Vorschlages war die breite Ablehnung der Projekte der Stadt in Sachen Fährhaus. Hier hatte die Verwaltung drei Modelle zur Auswahl gestellt. Diese würden angefangen bei der absoluten Container-Billigvariante zwischen 96 000 und 330 000 Euro kosten. Favorisiert wurde ein Containerbau in Gestalt eines Schiffes für rund 210 000 Euro.

Doch dieser Vorschlag fiel im letzten Stadtrat durch. Nicht zuletzt, nachdem Buck überraschend und zunächst nur verbal einen eigenen Entwurf angekündigt hatte. Seine beiden Einwände waren, dass ein komplexer Bau im Winter verstärkt ein Reizobjekt für Vandalen wäre. Das Zweite war die Nutzbarkeit, wenn es in wenigen Jahren vielleicht gar keine Fähre mehr geben könne. Schon jetzt hat der Landkreis angekündigt, sich nach Fertigstellung der Niederwarthaer Brücke fast vollständig aus der Finanzierung der Fähre zurückzuziehen.

Bereits heute ist die Fähre ein Zuschussgeschäft. „Dann besteht die begründete Gefahr, dass sich Coswig überhaupt keine Fähre mehr leisten kann“, so Buck. Sein Bau würde auch ohne Fähre für sich genommen am Radweg existieren und wäre mit Kosten von insgesamt 170 000 Euro noch gut 40 000 Euro billiger als die Variante der Stadt. In den Kosten inbegriffen sind Geländeangleichungen und der Abriss des alten Fährhauses. Weiterhin sollen weiter oben, auf dem Gelände des Eigenbetriebes WAB, ein Aufenthalts-, ein Toiletten- und ein Werkstattcontainer für die Fährleute stehen.

Das Prinzip des offenen Pavillons sieht vor, dass Anbieter unterschiedlicher Waren, etwa Wein, Bier oder Döner mit einem Verkaufswagen zwischen den Säulen andocken und somit eine temporäre Gastronomie in den warmen Monaten, wenn täglich Tausende den Radweg nutzen, anbieten.

Bedenken müssen die Bauplaner bei dem Vorhaben immer die Förderfähigkeit des ganzen Projekts. Deshalb wird von allen Beteiligten der Hauptzweck der Anlage als touristische Attraktion mit Einnahmemöglichkeiten durch Gastronomie bewusst kleingeredet.