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Ein Platz für ausgegrenzte Kinder

Eine Kita in Rumburk will tschechische und Romakinder zusammenbringen. Dabei gibt es aber Hürden.

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© picture alliance / dpa

Von Katja Zimmermann

Die Kontrolle des Hygieneamtes ist positiv verlaufen, die Registrierung beim Schulministerium ist durch. Jetzt muss das Bauamt nur noch die neu gebauten Straßenlaternen abnehmen. Ist dass geschafft, kann die neue integrative Kindertagesstätte im evangelischen Pfarrhaus von Rumburk – der Ort geriet in den letzten Jahren immer wieder durch „Roma-Unruhen“ in die Schlagzeilen – am 1. September in Betrieb gehen. Für den Vorgänger-Kinderclub war die Förderung ausgelaufen. Das Pfarrerehepaar Simonovský in Rumburk hat jedoch diese neue Einrichtung vom Schulministerium genehmigt bekommen.

„Unsere Rolle sehe ich eher darin, zu vermitteln, beide Bevölkerungsgruppen einander ein Stückchen anzunähern“, sagt Constance Simonovská. Es gehe der Kirchgemeinde also eher darum, mit sozialen Einrichtungen und Sozialarbeitern zusammenzuarbeiten als selbst Sozialarbeit zu leisten. „Kinder aus Roma-Familien zu finden ist allerdings nicht ganz einfach. Man ist nicht gewohnt, die Kinder in einen Kindergarten zu schicken und lange im Voraus zu planen“, benennt sie ein paar Schwierigkeiten. So hätten sie die 20 „normalen“ Plätze schon etwa seit Mai besetzt, die vier Förderplätze noch nicht.

Neben den Räumen, die letztes Frühjahr renoviert wurden, ist nun eine ehemalige Wohnung im Gebäude umgebaut worden. Damit entstanden neben einer Essensausgabe auch neue Sanitäranlagen für 24 Kinder: fünf Toiletten und Waschbecken. Arbeiten an der Elektrik, der Heizung und den Fußböden wurden durchgeführt. Finanziert wird der Umbau zum größten Teil aus Spenden – zum Teil kommen die aus der Sächsischen Landeskirche und verschiedenen sächsischen Kirchgemeinden, vom Rotary Club Zittau und etlichen Einzelspendern. Die Einrichtungsgegenstände werden zum Teil über ein EU-Programm finanziert.

Helfer für arme Familien gesucht

Ganz wichtig ist nun die Anerkennung der Kita durch das Schulministerium. Das bedeutet nämlich, einen Anspruch auf regelmäßige Förderung zu haben. Daneben wird es einen Elternbeitrag geben, der ein klein wenig höher (umgerechnet etwa zehn Euro mehr) sein wird als in den städtischen Kindergärten. Im Moment werden noch Sponsoren gesucht, die diesen Elternbeitrag für vier Kinder aus sozial schwachen Familien beisteuern können.