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Pirna

Ein politischer Fingerzeig?

SZ-Redakteur Christian Eißner über den Bahn-Korridor im Regionalplan.

© M: SZ

Im neuen Regionalplan für die Sächsische Schweiz wird der Neubaustrecke Dresden–Prag ein schmaler Korridor zugewiesen, der ausgerechnet jene Varianten mit einem Volltunnel ab Heidenau ausschließt, die die Bürgerinitiative „Basistunnel nach Prag“ entwickelt hat. Ist dies das vorzeitige Aus für diese von der Bevölkerung favorisierten Varianten?

Nein, ist es nicht. Aus mehreren Gründen. Zum einen hat der Regionalplan einen Zukunftshorizont von zehn Jahren, der Bau der Bahnstrecke blickt deutlich weiter voraus. Zum anderen spielt es für dieses europäische Milliardenprojekt letztlich kaum eine Rolle, was im Regionalplan für die Sächsische Schweiz steht. Die Streckenplaner betonen nach wie vor, dass alle eingereichten Varianten gleichwertig betrachtet werden. Genau deshalb aber hat die Festlegung des Korridors Geschmäckle. Es wäre seitens der Verbandsversammlung des regionalen Planungsverbandes ein deutliches Zeichen für Bürgerfreundlichkeit, den Korridor so groß zu wählen, dass er auch die Trassenvorschläge der Bürgerinitiative umfasst. Letztlich ist nämlich überhaupt noch nicht genau untersucht, ob die heraufbeschworenen Konflikte mit einer noch nicht einmal angedachten (!) Bodenschatz-Gewinnung überhaupt existieren. Außerdem: Bei den fraglichen Bodenschätzen handelt es sich nicht um Gold oder Seltene Erden, sondern um Gestein, das zu Schotter zermahlen wird.

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Und noch etwas kommt hinzu: Auch bei der Vorzugs-Trasse des Sächsischen Wirtschaftsministeriums, die südlich von Pirna überirdisch verläuft und gegen die es deshalb so große Bedenken gibt, könnten Konflikte mit Bodenschätzen existieren. Sie berührt ein Vorranggebiet für Sandstein-Abbau. Das war offenbar kein Ausschluss-Kriterium für den Planungskorridor der Bahntrasse.

Darf man am Ende also doch einen politischen Fingerzeig vermuten?

Kontakt zu Christian Eißner

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