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Kamenz

Bürgerpolizist ist jetzt besser zu finden 

Innenminister Roland Wöller schraubte in Panschwitz höchstselbst eine zweisprachige Hinweistafel an. Ein symbolischer Akt?

Am Eingang zum Büro des Bürgerpolizisten in Panschwitz hat Innenminister Roland Wöller am Freitag eine zweisprachige Behördentafel angebracht, wie sie im sorbischen Siedlungsgebiet vorgeschrieben ist.
Am Eingang zum Büro des Bürgerpolizisten in Panschwitz hat Innenminister Roland Wöller am Freitag eine zweisprachige Behördentafel angebracht, wie sie im sorbischen Siedlungsgebiet vorgeschrieben ist. © Bernd Goldammer

Panschwitz. Laut Statistik sinkt die Kriminalität im Freistaat. Auf die gefühlte Bedrohung trifft das allerdings nicht zu. Die Menschen wollen nach wie vor Sicherheit in ihrem Kiez. Und deshalb einen Ansprechpartner vor Ort. Seit Freitag zeigt ein Schild am Sitz des Verwaltungsverbandes am Klosterwasser an, wo Polizeihauptmeister Uwe Mittag in Panschwitz seinen Dienstsitz hat. Angeschraubt hat es immerhin Innenminister Roland Wöller höchstselbst. Die Tafel mit dem Polizeistern des Freistaates ist selbstverständlich zweisprachig ausgelegt – auf Sorbisch und Deutsch.

Auch der Chef des Verwaltungsverbandes Mirko Domaschke möchte, dass die Bürger einen kurzen Weg zur Polizei haben. „Deshalb stellen wir dem Bürgerpolizisten ja auch das Büro im Sitz des Verbandes an der Poststraße zur Verfügung.“ Dort wird Uwe Mittag wie schon länger jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr Sprechzeiten anbieten. Damit entfällt für die Bürger die Zwölf-Kilometer-Fahrt ins Polizeirevier nach Kamenz.

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Bereits vor sieben Jahren wurde Uwe Mittag als Bürgerpolizist eingesetzt. Sein Einzugsgebiet im Norden des Landkreises Bautzen umfasst die fünf sorbischen Gemeinden Panschwitz-Kuckau, Crostwitz, Nebelschütz, Räckelwitz und Ralbitz-Rosenthal. Uwe Mittag kennt die Menschen vor Ort – und sie kennen ihn. Deshalb kommen sie mit ihren Sorgen und Anliegen zu ihm, auch, wenn er sorbisch nicht versteht. „Schnelle Auffassungsgabe, Sachverstand und emphatische Qualitäten sind gefragt“, sagte Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk (CDU).

Schon manchem ratsuchenden Nachbarn habe Uwe Mittag geholfen, aufkeimende Konflikte zu klären, bevor sie eskalieren. „Wenn das gelingt, freue ich mich natürlich“, sagte der Bürgerpolizist. Doch Vermitteln will gelernt sein. Sachsens Polizisten brauchen deshalb eine gute Ausbildung und Einfühlungsvermögen. Denn die Ausbildung dauert ihre Zeit, und Sachsens Polizei sucht nach wie vor dringend geeignete Bewerber. „Künftig wird der Stellenplan der sächsischen Polizei um 1000 Polizisten erweitert“, sagte der Minister.

Polizeihauptmeister Uwe Mittag (56) ist einer von elf Bürgerpolizisten des Polizeireviers Kamenz. Der erfahrene Streifenbeamte ist in Crostwitz, Nebelschütz, Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz und Ralbitz-Rosenthal direkter Ansprechpartner.
Polizeihauptmeister Uwe Mittag (56) ist einer von elf Bürgerpolizisten des Polizeireviers Kamenz. Der erfahrene Streifenbeamte ist in Crostwitz, Nebelschütz, Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz und Ralbitz-Rosenthal direkter Ansprechpartner. © Bernd Goldammer

Gerade jetzt, wo Brände den Menschen Angst machen, sei es wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. Das war ein weiteres Themen des Ministerbesuchs. Wöller sprach mit Polizisten und Feuerwehrleuten, die natürlich bei Brandschutz und -bekämpfung eng verzahnt arbeiten. Stefan Hentschke vom Sachgebiet Brand und Katastrophenschutz erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren die Vernetzung der Wehren immer weiter verbessert wurde. Großbrände in Gebäuden, auf Feldern und in den Wäldern kosten aber weiterhin viel Geld. Betroffenen Kommunen wollen damit nicht allein gelassen werden.

Wie sich in der freimütigen Diskussionsrunde zeigte, hat das Umdenken im Freistaat längst begonnen. Und auch auf die kleineren Feuerwehren werde künftig wieder stärker zurückgegriffen. Sie haben wertvolle Ortskenntnisse und sind besonders motiviert. „Seitens des Freistaates ist keine weitere Zusammenlegung von Feuerwehren vorgesehen“, war vom Minister zu hören. Hörbares Aufatmen in der Runde.

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In den fünf Gemeinden am Klosterwasser registrierte die Polizei im vergangenen Jahr durchschnittlich jeweils etwa 20 Straftaten. Sie zählen damit zu den sichersten Orten im Freistaat. Das zuständige Polizeirevier Kamenz hat rund 130 Bedienstete des Streifen- und Kriminaldienstes. Für die Sicherheit von knapp 100 000 Menschen, die in 22 Kommunen auf einer Fläche von 760 Quadratkilometern leben, ist nach wie vor Polizeioberrätin Susann Benad-Uslaub verantwortlich. 

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