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Ein Puhdys-Museum in Kamenz?

Frank Großmann aus Elstra hat diese Idee entwickelt. Jetzt sucht er Mitstreiter. Vielleicht findet er heute welche?

Von Frank Oehl

Der Rauschwitzer Frank Großmann ist ein eingefleischter Puhdys-Fan. Natürlich wird er auch heute wieder auf dem Hutberg sein, wenn seine Lieblingsmusiker den Kamenzer Hausberg rocken. Puhdys-Fans gibt es viele, mag man einwenden. Einen wie Frank Großmann gibt es jedenfalls nicht zweimal. Wenn die Ostrocker jetzt ihre wohl endgültige Abschiedstournee starten, kümmert sich der Rauschwitzer umso mehr um die Zeit danach. Aber mit Vehemenz: „Ich habe OB Roland Dantz vorgeschlagen, Kamenz als Standort eines Puhdys-Museums zu etablieren.“

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Erst im April saßen Frank Großmann und Dieter Birr an einem Tisch, wie man sieht. In der Thalia-Buchhandlung in Dresden stellte Maschine seine Solo-CD und sein Buch vor. Die Fans waren begeistert. Foto: privat
Erst im April saßen Frank Großmann und Dieter Birr an einem Tisch, wie man sieht. In der Thalia-Buchhandlung in Dresden stellte Maschine seine Solo-CD und sein Buch vor. Die Fans waren begeistert. Foto: privat

Das hätte was, meint der wohlwollende Chronist der Stadt. Immerhin haben die Männer um Dieter „Maschine“ Birr die Hutbergbühne schon mehrfach als ihr eigentliches Wohnzimmer bezeichnet. Schon vor der Wende waren die Berliner häufig in Kamenz – und Frank Großmann meist mittendrin. „Ich erinnere mich auch an die Aufnahmen mit der Band für das Fernsehen vor dem Rathaus und am Klostertor in den Siebzigern.“ Und die Tour „10 Wilde Jahre“ erlebte er mit einem Konzert der Puhdys im Haus der Armee. Inzwischen sind es mehr als 40 Jahre Puhdys geworden, und das traditionelle Pfingstkonzert der Band auf dem Hutberg gehört längst zu den absoluten Kult-Gigs. Und Kult überlebt bekanntlich auch Moden und andere Widrigkeiten des Zeitgeistes. Kult verlangt nach musealer Haltbarkeit.

Großmann weiß das genau, und der Rauschwitzer hat auch die diesbezüglichen Bemühungen im Brandenburgischen mit Aufmerksamkeit verfolgt. So gab es bis Februar dieses Jahres auf Burg Storkow eine vielbeachtete Puhdys-Ausstellung, die sich Großmann auch als Grundstock eines Puhdys-Museums hätte vorstellen können. Also hatte er schon vor Monaten im Kamenzer Rathaus nachgefragt, ob es nicht möglich sei, die Ausstellungsexponate, viele aus privater Hand, vor ihrer Zerstreuung in alle Welt nicht nach Kamenz zu holen? Die Stadt hatte zunächst abgesagt, weil kurzfristig „aus finanziellen und technischen Gründen“ keine Puhdys-Sonderausstellung und schon gar keine Dauerausstellung unter Regie der Stadtverwaltung realisiert werden könnte.

Frank Großmann hat sich davon aber nicht entmutigen lassen. Er will in Kamenz einen Verein gründen, der die förderwürdige Idee, der die Stadt ja durchaus positiv gegenübersteht, vor allem mit privaten Engagement umsetzen könnte. Dazu bräuchte es viele Freunde und Fans der Puhdys in Kamenz und Umgebung – private und gewerbliche. „Schließlich müsste ja auch ein geeignetes Objekt gefunden werden.“ Großmann hat bereits schon Gespräche mit Fans auch aus anderen Städten und anderen Bundesländern, mit dem Puhdys-Management und sogar mit Verantwortlichen der Burg Storkow geführt. Überall fand er Aufgeschlossenheit, auch wenn sie, was die Burgausstellung betrifft, nun freilich nicht mehr relevant ist. „Ich brenne für diese, meine Idee und möchte mich gern voranstellen“, bestätigte der Rauschwitzer jetzt der SZ in Kamenz. Die Stadt habe in den vergangenen Jahrzehnten auch viel von den Puhdys bekommen, viele Gewerbetreibende in Kamenz und aus der Umgebung hätten von den etwa 30 Auftritten in der Stadt profitiert – nicht nur zum Tag der Sachsen, für den die Band extra einen Titel geschrieben hatte. „Es wäre einfach schön, könnte ein nun leider bald zu Ende gehendes Stück deutscher Rockgeschichte in Kamenz zusammengehalten werden.“

Großmann sieht sich schon jetzt als eine Art „Kurator“, als guten Geist eines möglichen Puhdys-Museums in Kamenz. Wenn der Verein ins Laufen gekommen ist und ein geeignetes Objekt gefunden sei, würde er gern ehrenamtlich aktiv sein, zum Beispiel bei der Sponsorensuche. „Ebenso könnte ich mich um Werbung in verschiedenen Online-Portalen oder um Fanseiten kümmern.“ Und vor allem könnte der Fan seine sehr guten Beziehungen zu den Puhdys selbst und ihrem Umfeld einbringen. Jetzt freilich steht die Vereinsgründung an. An den sieben Gründungsmitgliedern werde sie keinesfalls scheitern, so Großmann. Er suche aber noch möglichst viele Mitstreiter, um mehr Kraft für die Umsetzung der Idee zu bündeln. Heute Abend, beim ausverkauften Konzert auf der Hutbergbühne wird Gelegenheit sein, weitere Museums-Fäden zu spinnen. Man darf gespannt sein.

Das Kontakttelefon: 0175 / 1777862