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Ein rassiger Zwerghahn war Star der Radeberger Geflügelschau

Die Züchter aus der Röderstadt konnten am Wochenende sogar Rekord verbuchen. Über 500 Besucher kamen diesmal zur Ausstellung.

Von Bernd Goldammer

Nicht allein die Kunst gehört zur kulturellen Vielfalt des Radeberger Landes. Am Wochenende richteten die Mitglieder des Rassegeflügelzüchtervereins Radeberg und Umgebung von 1895 die 110. Rassegeflügelschau in der ehemaligen Turnhalle auf der Pulsnitzer Straße aus. Die Aussteller zeigten 460 preisverdächtige Tiere.

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In der Vorbereitung dieser riesigen Schau zeigten die meisten der 29 Vereinsmitglieder viele Tage über vollen Einsatz. Käfige und Volieren wurden herangebracht und aufgebaut. Mit viel Liebe zum Detail gingen die Züchter auch an die Dekoration der Halle. Sindy Siegert aus Seifersdorf griff sogar zu Pinseln und Farben und malte das Hintergrundbild einer Tauben-Voliere mit einem Bauernhof-Motiv. Sonnabend öffnete man die Pforten und von Anfang an strömten die Besucher aus nah und fern herbei. Der Himmel aber blieb grau und trist. Mancher meinte, dass dies dem Erfolg der Unternehmung vielleicht schaden könnte. I

mmerhin, der Aufwand war ziemlich groß gewesen. Das rege Kommen und Gehen zerstreute diese durchaus verständlichen Zweifel ziemlich rasch. Ständig gab es nun Einblicke in die Welt der Geflügelzüchter: Sie freuen sich am farbenfrohen Gefieder ihrer gefiederten Schützlinge. Das Gurren ihrer Tauben, das Gackern der Hühner und auch der extravagante Stimmklang ihrer Hähne, all das macht sie glücklich. Auch wenn der eine oder andere nestwarme Hühnereier auf seinem Frühstückstisch sehr zu schätzen weiß, das züchterische Interesse strebt nach Höherem. Und damit sind beileibe nicht nur Pokale und Urkunden bei Ausstellungen gemeint. Das Sachsenland verdankt diesen Züchtern die Erhaltung selten gewordene Geflügelarten. Dass dieses Engagement von vielen heimischen Firmen, Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten sehr geschätzt wird, zeigt sich an vielen Pokalen und finanziellen Zuwendungen zahlreicher heimischer Sponsoren. Viele Züchter freut das, sie schätzen die Begegnungen mit Gleichgesinnten bei diesen Schauen am meisten. „Fachjokeln“, nennt es Marcus Trepte, der 1. Vorsitzende des Vereines scherzhaft. Dabei entstehen wichtige Kontakte, aus denen später enorme Zuchterfolge werden können.

Erste Führung für den Rathauschef

Die erste Führung durch die Ausstellung gab Trepte Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm(SPD). Die hiesige Stadtverwaltung stiftete immerhin sechs der begehrtesten Pokale. Die Schau war gut durchgeplant. Gleich am Eingang war eine Streichel-Voliere mit Tieren aufgebaut worden. Zur Freude der Kinder. Der achtjährige Ben aus Kleinröhrsdorf war besonders angetan. Obwohl Tauben für ihn nichts Neues sind. „Meine Großeltern halten auch welche“, verrät der Junge der anwesenden Presse.

Gewichtsschätzung eines Hühnerpaares der sächsischen Rasse „Dresdner Hühner“ war eine weitere Attraktion des Wochenendes. Und hierbei wird Geschichte lebendig. Gezüchtet wurde diese Rasse in den Jahren als die Kunst- und Kulturstadt in Trümmern lag. Den Erstzüchtern ging es vordergründig um das Fleisch, als schnelle Antwort auf den grassierenden Hunger in Stadt und Land. Später, als die Fleischtheken wieder voll waren, ging das Verbraucherinteresse zurück. Die Hühner wären längst vergessen, doch Hobby-Züchter kümmern sich bis heute darum, dass die genetischen Merkmale dieser Hühner erhalten bleiben.

Wie sich zeigte, lagen die meisten der Gewichtsschätzer weit hinter der Realität zurück. Über sechs Kilo Lebendgewicht brachte das gut genährte Pärchen auf die Waage. Nur Birgit Hell aus Wallroda schätzte bis auf 40 Gramm genau. Den Siegerpreis konnte ihr deshalb niemand mehr abspenstig machen! Auch die Veranstalter hatten letztlich Grund zum Jubeln. Entgegen der Vorhersagen konnte der Verein gestern Abend einen neuen Besucherrekord vermelden. Über 500 Gäste waren gekommen. „Diese Besucherzahlen lagen über den Ergebnissen der Vorjahre. Das schlechte Wetter hat uns also keinen Abbruch getan. Gefreut haben wir uns auch über die gute Resonanz auf unsere Hallengestaltung“, berichtet Marcus Trepte Sonntagabend mit freudiger Stimme. „Rassevielfalt und die vielen Farbenschläge der Tiere dürften ebenso zum Bekanntheitsgrad der Ausstellung beigetragen haben. Außerdem könnte sich die rege Teilnahme an den kulturellen Höhepunkten der Bierstadt auszahlen. Radeberg hatte also auch am Wochenende wieder einen vielfarbigen kulturellen Besuchermagneten.