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„Ein Rewe-Markt wäre ein Gewinn für die Stadt“

Die SZ sprach mit Hartmut Grimmer, der an der Radeburger Straße einen Markt bauen will. Der Stadtrat entscheidet jetzt.

Seit Oktober vorigen Jahres ist bekannt, dass Rewe an der Radeburger Straße/Ecke Martin-Scheumann-Straße einen neuen Supermarkt bauen will. Seither streiten sich die Geister, ob das gut oder schlecht wäre für Großenhain. Am Mittwoch nun sollen es die Stadträte entscheiden.

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Hoffentlich verschwindet dieser Schandfleck bald, meint Evelin Richter vom Zahntechniklabor. Sie muss öfter in die Zahnarztpraxis an der Radeburger Straße und würde es wie auch die Patienten und das Personal sehr begrüßen, wenn das heruntergekommene Nachb

Herr Grimmer, was denken Sie, wie der Beschluss fallen wird?

Ich hoffe natürlich positiv für meine Firma IVG Dresden als Investor. Fast täglich bekomme ich Anrufe von Leuten, die sich auf den Rewe freuen. Es soll ein modernes Gebäude werden, ein Vollsortimenter. Das wäre nicht nur für den Stadtteil Naundorf, sondern für ganz Großenhain ein Gewinn.

Nach SZ-Informationen lautet der Beschlussvorschlag der Verwaltung an den Stadtrat jedoch, das Vorhaben abzulehnen.

Ja, das liegt mir auch vor. Es gab kürzlich ein Gespräch von Rewe-Vertretern im Großenhainer Bauamt, wo dem Anbieter eine Absage erteilt wurde. Man wolle lieber wieder einen Markt im Preuskerviertel, wo die Kaufhalle geschlossen hat.

Warum bauen Sie für Rewe dann nicht dort um?

Weil mir das Grundstück an der Radeburger Straße gehört. Und weil im Preuskerviertel die Fläche zu klein ist. Handelsketten brauchen mindestens 5000 Quadratmeter. Das ist dort nicht gegeben. Seit sieben Jahren versuchen wir, an der Radeburger Straße zu investieren. Früher mit Netto, jetzt mit Rewe. Ich habe schon weit über 200 000 Euro für das Vorhaben investiert. Es hieß immer, wenn es in der Stadt weniger Märkte gibt, besteht auch an der Radeburger Straße eine Chance. Nun hatte Penny an der Parkstraße zugemacht. Doch Rewe will man trotzdem nicht.

Ein Vollsortimenter wäre weitere Konkurrenz für die Innenstadtgeschäfte.

Ich denke eher, der Markt zieht dadurch noch mehr Leute nach Großenhain. Es würde nicht nur eine Bauruine verschwinden, es wäre auch ein Anreiz für mehr Leute, aus dem Umland in die Stadt zu fahren. Das Einzelhandelskonzept beschreibt die geplante Neuansiedlung auch als Chance. Es sagt auch, dass man die Angebote, die keine Lebensmittel sind, schon zeitig im Bebauungsplan vertraglich regeln kann.

Die Stadt hat also alles in der Hand?

Ja. Ulrich Kollatz von der BBE-Handelsberatung stellte das fortgeschriebene Einzelhandelskonzept vorigen Oktober im Café Faust vor. Darin heißt es, dass die Stadt, was die Verkaufsfläche von Lebensmittelmärkten betrifft, sachsenweit eher im unteren Bereich liegt. Großenhain hat also noch Luft nach oben.

Wenn die Verwaltung in der Beschlussvorlage aber eine Ablehnung vorschlägt, wird sie das nicht so sehen.

Die Kunden aber sehen es mehrheitlich so. Das hat man doch damals nach Bekanntwerden des Ansiedlungswunsches gemerkt. Da sagten viele, dass sie es gut finden. Und auch Baudirektor Tilo Hönicke argumentiert, dass die Stadt ein Interesse daran hat, dass ein städtebaulicher Missstand verschwindet.

Was tun Sie, wenn auch die Stadträte Rewe an dieser Stelle ablehnen?

Ich habe eine Anfrage vom Landratsamt zum Bau von Wohnungen. Sie können sich schon denken, dass es dabei um eine Asylunterkunft geht. Mein Architekt hat ausgerechnet, dass ein Umbau der Gebäude in 14 Wohneinheiten möglich wäre. Verstehen Sie, ich muss mein Grundstück endlich vermarkten. Kommt Rewe nicht, werde ich wahrscheinlich die Wohnungen bauen.

Gespräch: Kathrin Krüger-Mlaouhia

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