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Ein Schatz für Bischofswerda

Drei weitere Werke des Künstlers Carl Lohse sind jetzt Eigentum der Stadt. Lohses Kinder machen sie Schiebock zum Geschenk.

Von Wolfgang Schmidt

Der neue Stolz von Schiebock sind drei Kohlezeichnungen auf Papier des Malers Carl Lohse. Die in den 1950er-Jahren entstandenen Arbeiten stellen seine Geschwister Emma, Ernst und Franz dar (Foto). „Zu erkennen ist deutlich ein Malstil Lohses: charakteristische Darstellung der Köpfe und lange Hände“, sagt der Bischofswerdaer Maler und Zeichner Falk Nützsche, durch intensive Beschäftigung und enge Bindung ein ausgewiesener Lohse-Kenner.

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Die jetzt der Stadt übergebenen Bilder waren bisher in der Weimarer „Galerie Hebecker“ in Kommission eingestellt. Kürzlich wurden sie herausgelöst. Lohses Töchter Gerda Sieber und Maria Gundlach entschieden, diese Blätter der Stadt Bischofswerda zu schenken. Dass die Bilder gut gelagert, sie öffentlich gezeigt werden und mit ihnen gearbeitet wird, das ist ihre Hoffnung, sagte Falk Nützsche, der die Werke übergab. Er hatte sie von Gerda Sieber an ihrem Wohnort Jena übernommen und nach Bischofswerda gebracht.

Im Besitz der Stadt Bischofswerda befinden sich etwa 300 Exponate von Lohse: Ölbilder, Zeichnungen, Drucke, Plastiken. Nächstes Jahr wiederholt sich der 50. Todestag von Carl Lohse. Es sollte Anlass sein, sagt Oberbürgermeister Andreas Erler (CDU), nach Möglichkeit Werke des Künstlers wieder in einer Ausstellung öffentlich zu zeigen. Bischofswerda hat die Carl-Lohse-Galerie. Mit der Bewerbung zur Landesgartenschau 2019 gibt es nun auch die Idee, im einstigen Sabra-Gelände Möglichkeiten für Ausstellungen zu schaffen. –  1990 wurde die „Interessengemeinschaft Carl Lohse“ in Bischofswerda gegründet. „Anliegen war, den am 3. Mai 1965 in Bischofswerda verstorbenen Maler Carl Lohse nicht zu vergessen und seinen hier vorhandenen Nachlass zu sichern“, sagt Falk Nützsche, einer der damaligen Protagonisten. Drei Jahre später konnten zwei Räume im sogenannten Bischofssitz als „Galerie Carl Lohse“ übergeben werden. Seit 1995 ist eine Straße in Schiebock nach Lohse benannt.

Lohse wurde 1895 in Hamburg geboren. Seit 1929 lebte er in Bischofswerda. Etwa 1800 Exponate hat er geschaffen. Unter den Werken befinden sich fast 440 Gemälde, grafische Blätter sowie 19 Skulpturen. Seine Arbeiten befinden sich deutschlandweit in Museen und im Privatbesitz.