merken
PLUS Meißen

Ein Schwimmbecken muss sein

Planungen für das Freibad-Gelände in Bohnitzsch wurden der Öffentlichkeit vorgestellt – und stießen auf Widerspruch.

Diesen Entwurf legten die Dresdner Architekten der AG Freibad vor. Er sieht das Freibad in enger Anbindung an das Wellenspiel vor.
Diesen Entwurf legten die Dresdner Architekten der AG Freibad vor. Er sieht das Freibad in enger Anbindung an das Wellenspiel vor. © Stadt Meißen

Meißen. 25 Meter mal 12,5 Meter mal 1,80 Meter. Diese Maße für die Länge, Breite und Tiefe eines Schwimmbeckens sind nun gesetzt. Alle weiteren Überlegungen und Planungen für ein Freibad in Bohnitzsch sollen von diesen Maßen ausgehen. Darauf einigten sich die 22 Anwesenden beim zweiten Treffen der AG Freibad.

Auf dem Gelände des Freizeitbades Wellenspiel hatten sie sich getroffen – interessierte Bürger, Stadträte und Vertreter von Vereinen. Sie wollen einen Prozess begleiten, in  dessen Verlauf Meißen wieder ein Freibad bekommt. Frauke Craco vom Dresdner Planungsbüro Kretzschmar & Partner stellte ein Konzept vor, das die Landschaftsarchitekten aus ihrem Entwurf entwickelt hatten, der im vorigen Dezember von den Meißnern als favorisierte Variante für ein Freibad in Bohnitzsch ausgewählt wurde. 

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Ihr „Entwicklungskonzept Badgelände Bohnitzsch“ sieht vor, das gesamte etwa 14.000 Quadratmeter umfassende Gelände am Wellenspiel in eine Art Feriendorf zu entwickeln. Caravan-Stellplätze, ein Beach- und Kletterareal, eine Spiellandschaft für Kinder sowie ein Pavillon mit Imbissangeboten und Räumlichkeiten für kleine Veranstaltungen und Familienfeiern sollen das Gelände zu einer Attraktion werden lassen, so die Intention der Planer. Eine Kostenschätzung enthält dieses Konzept noch nicht.

„Das neue Freibad sollte aus finanziellen und strategischen Gründen möglichst eng an das Hallenbadgelände angegliedert werden, um einerseits die gemeinsame Nutzung der gesamten Badlandschaft zu ermöglichen und andererseits Betriebs-, Personal- und Erhaltungskosten zu minimieren“, heißt es im Konzept der Dresdner Landschaftsarchitekten. Genau daran schieden sich die Geister. Vor allem der von Frauke Craco benutzte Begriff „Kombibad“ sorgte für reichlich Widerspruch in der Runde. „Die Leute wollen schwimmen!“ Diese Forderung wurde im Verlauf der Debatte und auch beim anschließenden Rundgang durch das Gelände hinter dem Freizeitbad immer wieder erhoben.

Unterschiedliche Ansprüche

Steffen Hausch, Chef des DLRG-Bezirkes Niederes Elbtal e.V. und enger Mitstreiter des 2009 gegründeten Freibadvereins, wies darauf hin, dass eigentlich schon bei der ersten Zusammenkunft der AG klar war, dass das Freibad in Meißen aus Becken für Schwimmer und Nichtschwimmer bestehen sollte. Ein Planschbecken für die ganz Kleinen könnte hinzukommen. Das sollte Priorität bei den weiteren Planungen haben – vor dem Ausbau zum Campingplatz und Feriendorf.

Stadtrat Jürgen Hampf (Bürger für Meißen/SPD) erinnerte an die Geschichte des 2002 geschlossenen Freibades in Bohnitzsch und sprach sich gegen eine Anbindung des Freibades an das Wellenspiel aus. Das ergebe sich schon aus den unterschiedlichen Interessen und Ansprüchen der Nutzer. Bei den Planungen müsse im Auge behalten werden, dass die Besucher sich den Eintritt ins Bad leisten können.

Mehrere Becken erfordern mehr technischen Aufwand – darauf machte Falk Müller aufmerksam. Er ist Geschäftsführer der Städtischen Dienste Meißen (SDM), die auch das Freizeitbad Wellenspiel betreiben. Mit dem Hinweis, dass Freibad und Wellenspiel keine Konkurrenten sein sollten, ließ er seine Sympathie für den Konzeptvorschlag der Dresdner Architekten erkennen.

Simone Teske, seit der Gründung im Jahr 2009 Vorsitzende des Freibadvereins und seit 2014 Stadträtin für die Freien Bürger, mahnte zur Geduld. Schließlich koste ein Freibad eine Menge Geld. Deshalb müssten zunächst alle Stadträte weiter überzeugt werden, in die Haushalte der kommenden Jahre Geld für Planungen und Bau eines Freibades einzustellen. Und: Zu den Baukosten kommen dann jährlich Kosten für Betrieb und Unterhalt des Freibades hinzu.

Dorothee Finzel, die für die Freien Bürger als sachkundige Bürgerin beratend im Bauausschuss des Stadtrates mitwirkt, mahnte an, zunächst einen Überblick über Baukosten und ein Betriebskonzept zu erarbeiten. Dann werde klar, was wirklich möglich ist – und was nicht. Und dann könne auch darüber nachgedacht werden, wie sich Finanzierungslücken schließen lassen. Zum Beispiel durch Spendenaktionen.

Nächste Runde im September

Nach der zweistündigen Veranstaltung im und am Wellenspiel werden sich die Planer ihr Konzept wohl noch einmal vornehmen und überarbeiten müssen. Simone Teske regte an, einen Experten für die Planung von Bädern hinzuzuziehen. Solveig Arnold und Steffen Ehrhardt vom städtischen Bauverwaltungsamt, die zu diesem Termin eingeladen hatten, kündigten eine dritten Runde im September an.

Weiterführende Artikel

Der Traum vom Freibad lebt

Der Traum vom Freibad lebt

In zwei Arbeitsgruppen wollen Meißner Bürger das Projekt in Bohnitzsch vorantreiben.

Freibad Bohnitzsch soll kommen

Freibad Bohnitzsch soll kommen

Eine Gruppe von Bürgern, Planern und Stadtmitarbeitern verfolgt das Projekt weiter.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten die Rathaus-Mitarbeiter u.a. darüber informiert, dass es kaum Fördermöglichkeiten für ein solches Projekt gibt. Das aus ihrer Sicht einzig infage kommende Programm sei stark überzeichnet und damit in den nächsten Jahren aussichtslos. Aussicht auf staatliche finanzielle Unterstützung könnte die Idee haben, das Freibad auch als ein Ausbildungszentrum für die Wasserretter der DLRG zu entwickeln. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass es über ein Schwimmbecken verfügt – mit den Mindestmaßen 25 Meter mal 12,5 Meter mal 1,80 Meter.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen