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Ein Sechser im Lotto

Uwe Fehre absolviert mit 53 Jahren den Bundesfreiwilligendienst in der Kita Fischbach. Für die Einrichtung und die Kinder ist er eine absolute Bereicherung.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Fischbach. Aufgeweckt, freundlich, immer ein Lächeln auf den Lippen: Wenn Uwe Fehre durch die Fischbacher Kita „Tausendfüßler“ wuselt, geht sprichwörtlich die Sonne auf. Denn der 53-Jährige ist allseits beliebt. Sowohl bei Leiterin Kerstin Korch als auch bei den Kolleginnen und vor allem bei den Kindern. Die haben den kleinen, sympathischen Mann sofort in ihr Herz geschlossen. Doch leider ist seine Zeit in der Fischbacher Kita begrenzt, denn Uwe Fehre absolviert momentan den Bundesfreiwilligendienst.

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Den Bundesfreiwilligendienst? Ist dieser nicht vorrangig für Schulabgänger oder junge Erwachsene gedacht? Nein! Tatsächlich dient das Freiwillige Engagement, das entweder sechs, zwölf oder achtzehn Monate andauern kann, vor allem dem Allgemeinwohl und fördert das Engagement von Frauen und Männern aller Generationen. Jungen Freiwilligen bietet der Dienst die Chance des Kompetenzerwerbs, ältere Freiwillige werden ermutigt, ihre Lebens- und Berufserfahrung einzubringen und weiter zu vermitteln. So, wie es eben auch Uwe Fehre vorlebt. Er war viele Jahre lang als Heilerziehungspfleger im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf tätig. Dabei arbeitete er oft auch mit geistig behinderten Kindern. Doch im vergangenen Jahr machte das Schicksal dem Fischbacher einen Strich durch die Rechnung. Er musste sich einer Nieren-Operation am Dresdner Uniklinikum unterziehen. Der Heilungsprozess und die anschließende Rehabilitation haben fast ein Jahr Zeit in Anspruch genommen. Doch dann meinte es das Schicksal wieder gut mit dem heute 53-Jährigen. Denn als der Fischbacher durch die Gemeinde schlenderte, sah er in einem der Schaukästen einen Aushang. Eine Stellenausschreibung, um genau zu sein. Die Kita Fischbach war auf der Suche nach einem Bundesfreiwilligen. Für Uwe Fehre der optimale Wiedereinstieg in das Berufsleben. „Also habe ich meine Bewerbung losgeschickt“, erzählt der Fischbacher. Nach einem ersten Gespräch und einem Probearbeitstag war alles geritzt und Uwe Fehre hat am 15. Mai dieses Jahres seinen Dienst bei den kleinen Tausendfüßlern angetreten. Für ihn ein „Sechser im Lotto“, wie er selbst erklärt.

Ein Allround-Talent

Von Montag bis Freitag ist Uwe Fehre nun 21 Stunden in der Kita beschäftigt. Für die reduzierte Arbeitszeit hat er sich bewusst entschieden, um langsam wieder in den Berufsalltag hereinzukommen. „So habe ich auch mehr Zeit für mein Saxofon“, erzählt der Fischbacher lachend. Gern nimmt er das Musikinstrument aber auch mit auf Arbeit und singt und spielt gemeinsam mit den Kindern. Für Leiterin Kerstin Korch ist der 53-Jährige ein wahrer Engel. „Er ist ein Allround-Talent und sich selbst für nichts zu schade“, lobt sie den Bundesfreiwilligen. So hilft er beispielsweise in der Küche aus, wäscht Wäsche oder befreit die Schränke und Fensterregale vom Staub. Arbeiten, zu denen die Erzieherinnen im Laufe der Woche einfach nicht kommen. „So sehen die Kinder auch gleich, dass Hausarbeit nicht zwingend Frauensache ist“, fügt Kerstin Korch lachend hinzu. Doch natürlich ist der 53-Jährige auch direkt bei den Kindern in den Gruppen dabei, setzt sich früh besonders gern beim Morgenkreis, dem ersten pädagogischen Angebot des Tages, dazu.

Ein wenig wehmütig blickt Kerstin Korch deswegen schon auf den 14. Mai 2018. Denn an diesem Tag endet der Bundesfreiwilligendienst von Uwe Fehre. Der Fischbacher hat aber bereits signalisiert, dass er gern bleiben würde.

Übrigens ist Uwe Fehre mit seinen 53 Jahren keine Seltenheit im Bundesfreiwilligendienst. So hat das Bundesfamilienamt erst vor wenigen Wochen eine Statistik veröffentlicht. Demnach waren zum 29. September in Sachsen rund 3 500 Freiwillige engagiert. In der Altersgruppe der 51- bis 65-Jährigen sind immerhin 1 060 Frauen und Männer vertreten. Also fast ein Drittel aller Freiwilligen.

www.bundesfreiwilligendienst.de