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Ein Slawendorf für Melaune

Der Bau eines Freilichtmuseums ist schon viele Jahre Ziel des Milzener Vereins. Nun kommt Bewegung in die Sache.

Von Steffen Gerhardt

Vierkirchens Ureinwohner kehren zurück. Unterhalb der Alten Wassermühle in Melaune wollen sie siedeln. Sie bauen Häuser aus Holz, Stroh und Lehm, halten sich Schafe und Ziegen und bewirtschaften ein kleines Feld. So muss es gewesen sein, als sich im 10. und 11. Jahrhundert die ersten Menschen am Burgberg angesiedelt und ihr Dorf Merburg genannt haben. Wie haben diese Menschen im 11. Jahrhundert gelebt? Dieser Frage geht der Verein Die Milzener seit seiner Gründung 2001 nach. Denn die heute rund 25 Mitglieder sehen sich als Nachfahren jenes Stammes, der erstmals um 850 erwähnt wird und auch im heutigen Vierkirchen sesshaft wurde.

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Das Lebensgefühl des frühen Mittelalters will der Verein nicht nur für sich selbst erlebbar machen, sondern auch für die Allgemeinheit. Unter dem Titel Freilichtmuseum für slawische Frühgeschichte Melaune soll ein Dorf nach historischem Vorbild wieder auferstehen. Roman Scholz vom Vereinsvorstand sagt: „Ein neuer Bebauungsplan für das Gelände hinter dem Eisstadion wird gegenwärtig erarbeitet. Die Wiese, auf der das Dorf entstehen soll, haben wir als Verein bereits gekauft.“ Denn die Milzener sind nicht nur Bauherr, sondern auch Betreiber des Museums auf rund 10 000 Quadratmetern Fläche. Auf dieser sollen mehrere Blockhäuser aufgebaut werden. „Im Inneren bringen wir das unter, was an Handwerk für diese Zeit typisch war, wie Töpfern, Färben, Backen und Schmieden“, erklärt Roman Scholz.

Die Finanzierung des ersten Gebäudes hat der Verein bereits geklärt. Das zweite Haus soll, unterstützt von Universitäten, aufgebaut werden. Denn im Freilichtmuseum will sich der Verein drei Aufgaben stellen: Der Erforschung der Lebensumstände im 10. bis 12. Jahrhundert, dem Aufbereiten der Forschungsergebnisse und einer optimale Vermarktung der Museumsanlage. „Auf jede Altersgruppe abgestimmt, wollen wir erlebnisorientierte Tagesprogramme den Kindern und Jugendlichen bieten, die inhaltlich den Schullehrplan ergänzen“, sagt Roman Scholz.

Bis dem Slawendorf ein Besuch abgestattet werden kann, braucht es allerdings noch Zeit. Das wissen die Milzener. Denn der Bau eines Hauses wird mit einem Jahr veranschlagt. Wann die Grundsteinlegung ist, lässt der Verein offen. Acht Häuser mit einer Grundfläche von 20 bis 25 Quadratmetern sind vom Verein Die Milzener vorgeplant. „Der Aufbau ist Teil unseres pädagogischen Konzeptes. Wir beziehen Schüler und Studenten mit ein. Gebaut wird mit Muskelkraft“, sagt Roman Scholz. Genau so, wie es die Vorfahren vor gut 900 Jahren getan haben.