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Ein Spatz in Nebelschütz

Elisabeth Sperling ist mit ihrem Pflegedienst gestartet. Den Bürgermeister freut die Belebung des Ortskerns.

Von Helmut Schippel

Es ist kein Aprilscherz, aber pünktlich zum 1. April hat Elisabeth Sperling aus Schmeckwitz ihren gleichnamigen Pflegedienst mitten im Dorfzentrum von Nebelschütz eröffnet. Die Palette der Dienstleistungen im Ortskern reicht nunmehr vom Frisiersalon über ein Geschäft mit Waren des täglichen Bedarfs und einen Fleischerladen bis hin zur Vorsorge für chronisch Kranke und die auf häusliche Pflege angewiesenen Personen jeglichen Alters.

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Sommer, Sonne, Sonnenschutz
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Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Wie anderswo auch in Deutschland erfreuen sich die älteren Einwohner des sorbischen Ortes eines längeren Lebensabends als je zuvor. Die täglich zu beobachtende Folge sind die zahlreichen ambulanten Pflegedienste, die aus Hoyerswerda oder der nahen Lessingstadt in die Gemeinde kommen. Mit dem Pflegedienst Sperling erwächst ihnen nun ein Mitbewerber unmittelbar vor Ort. Besonders angenehm für die noch zu gewinnende Kundschaft – bei dem jungen Unternehmen geht es zweisprachig zu.

Dies erfreute auch den Bürgermeister, der sich am Vortag der Eröffnung als erster Gratulant einstellte. Von der Chefin ließ er sich die Palette aller Dienstleistungen erläutern. Kurz gesagt bietet der Pflegedienst Sperling alle bekannten Pflegeleistungen an. Im Detail umfassen die Dienstleistungen vier Bereiche. Zur Grundpflege zählen die Körperpflege, Nahrungszubereitung und -aufnahme, die Behandlungspflege mit Medikamenten- und Wundversorgung, die Sorge um den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, die Katheder- und Sondenpflege sowie die Portversorgung. Außerdem wird die hauswirtschaftliche Versorgung vom Einkauf, der Begleitung zum Arzt, dem Wäschedienst, der Wohnungsreinigung bis zum Behördengang angeboten. Und schließlich gibt es Hilfsangebote wie Essen auf Rädern, Friseur daheim, Physiotherapie und medizinische Fußpflege. Das Angebot dürfte keine Wünsche offenlassen. Vor allem werden sich manche Angehörigen freuen, dass für ihre Lieben nun professionelle Hilfe in nächster Nähe vorhanden ist und sie selber beruhigt ihrem Tagewerk nachgehen können.

Elisabeth Sperling ist mit ihren 27 Jahren eine junge Pflegedienstleiterin. In Räckelwitz und Kamenz hat sie ihren Realschulabschluss erworben, danach am Arnsdorfer Klinikum drei Jahre lang die Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert, flankiert vom theoretischen Unterricht an einem Institut in Großröhrsdorf. Zwei Praxisjahre in der Diakonie Königsbrück schlossen sich an. Während der dann folgenden Zeit in der Residenz Westlausitz in Wiesa verspürte sie schon den Wunsch, sich selbstständig zu machen. Berufsbegleitend erwarb sie deshalb das Diplom eines Pflegedienstleiters. Nun trägt sie die Verantwortung für ihre drei Angestellten, für eine gute Qualität der Arbeit des gesamten Kollektivs und muss natürlich auch die Unkosten für alle Räumlichkeiten und den kleinen Fuhrpark erwirtschaften. Die junge Frau kommt selbstbewusst zur Sache, denn schon am 3. April beginnt ihre einjährige Qualifizierung zum Heimleiter im pflegerischen Bereich. Womöglich ist das ein Fingerzeig auf ein Pflegeheim auf Nebelschützer Flur?

In den nächsten vier Jahren übt Elisabeth Sperling das Ehrenamt einer Schöffin in Dresden aus. Und dann ist da noch ihre Mitarbeit im Heimat- und Kulturverein in Nebelschütz, in die sie unter dem Einfluss ihrer Mutter, die in Schmeckwitz ein Keramikatelier unterhält, hineingewachsen ist. Bei so viel beruflichem Mut bleibt nur eine tiefe Verbeugung übrig ...