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Ein Spielplatz für Große

Auf dem Gelände des Wilthener Gymnasiums gibt es ein neues Bewegungsangebot. Es ist in der Gegend einmalig.

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© Carmen Schumann

Von Katja Schäfer

Wilthen. Etwas Einzigartiges gibt es jetzt in Wilthen. „In der Region ist das einmalig. Wir haben jedenfalls bisher nichts Derartiges gefunden“, sagt Thomas Leinert. Er ist Vorsitzender des Schulfördervereins, der die besondere Anlage, die seit einigen Tagen auf dem Gelände des Immanuel-Kant-Gymnasiums zu finden ist, initiiert, finanziert und deren Aufbau organisiert hat. Sie besteht aus verschiedenen Teilen, die aussehen, als seien sie aus einem überdimensionalen Steckbaukasten gefallen. Es handelt sich dabei um Elemente eines Parkour-Bewegungsparks.

Parkour ist ein Trendsport, bei dem es darum geht, Hindernisse effizient zu überwinden – möglichst kreativ und elegant. Fitness und Körperbeherrschung sind dafür einerseits Voraussetzung, andererseits werden sie dadurch verbessert. Meist nutzen Parkour-Sportler Mauern, Treppen, Geländer und ähnliches als Hindernisse. Es gibt aber auch spezielle Parkour-Parks. So wie den, der jetzt in Wilthen entstanden ist. Auf einer zehn mal 13 Meter großen Fläche, die mit Fallschutzplatten „gepolstert“ ist, sind verschiedene Elemente angeordnet. Sie bestehen aus Metallstangen, die an den Ecken mit dicken Plastikkugeln verbunden sind. Auch farbige Wände und große feststehende Bälle gibt es. Die Schüler können darüber springen, drunter durchkriechen, hangeln, klettern und vieles mehr. „Es geht darum, dass man sich möglichst kreativ bewegt“, sagt Thomas Leinert, der in Wilthen wohnt und einst selbst Schüler des Kant-Gymnasiums war. Eine Infotafel erklärt mit Piktogrammen die verschiedenen Möglichkeiten. Außerdem können die Nutzer per Handy QR-Codes scannen und bekommen dann Parkour-Videos vorgespielt.

Die in Wilthen aufgebauten Elemente stammen von einer finnischen Firma, die auf solche und andere Spielanlagen spezialisiert ist. – Der Schulförderverein hatte schon lange den Wunsch, auf dem Gelände des Gymnasiums ein Angebot zu schaffen, das die Schüler animiert, sich in den Pausen zu bewegen. Es sollte aber kein Standard-Spielplatz sein. „Schließlich haben wir hier an der Schule keine Kinder, sondern hauptsächlich Jugendliche, die wohl kaum noch ein normales Klettergerüst benutzen“, sagt Thomas Leinert. Bevor aber überhaupt eine Entscheidung über die Art des Bewegungsangebotes zu fällen war, musste erstmal Geld beschafft werden. „Wir haben jahrelang gespart“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Einerseits sammelten die Mitglieder Spenden. Andererseits veranstalteten sie verschiedene Aktionen – zum Beispiel Verkaufsstände beim Stadtfest oder bei der Nacht der offenen Tür am Gymnasium – und legten die Einnahmen zurück.

Wanderung vor der Übergabe

Auf eine passende Fördermöglichkeit stieß der Verein, als er auf der Suche nach Geldquellen für die Veranstaltungen zum jetzt anstehenden 25-jährigen Jubiläum des Gymnasiums war. 70 Prozent der Kosten für den Parkour-Bewegungspark bekommt er aus dem Leader-Programm, das mit EU-Mitteln die Entwicklung im Bautzener Oberland unterstützt. Rund 58 000 Euro kostet die Anlage inklusive Planung und Aufbau insgesamt. 38 000 Euro davon sind Fördermittel. Den Rest hat der Schulförderverein selbst aufgebracht, unterstützt unter anderem von der Sparkassenstiftung. „Parkour kann jeder individuell machen, entsprechend seiner Fähigkeiten. Das ist eine gute Sache für Leute, die Gruppensportarten wie Fußball nicht so mögen“, nennt Thomas Leinert einen Vorteil des neuen Angebotes. Den Bewegungspark dürfen übrigens nicht nur die Schüler des Gymnasiums nutzen. In den Zeiten, in denen das Schulgelände offen ist, kann jeder über die Elemente springen, darauf herum klettern, drunter durchkriechen, daran hangeln . . . Bis kommenden Freitag versperren jedoch noch Bauzäune den Zugang. An diesem Tag findet aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums eine Sternwanderung statt. In 16 Gruppen laufen die Schüler aus verschiedenen Orten des Einzugsgebietes der Schule nach Wilthen. 13 Uhr wird ihnen der Parkour-Park übergeben.